Was ist Lassa-Fieber?

Das Lassa-Fieber ist eine fieberhafte Viruskrankheit, die in Afrika, insbesondere in den tropischen Regionen Westafrikas vorkommt. Überträger sind kleine Nager, besonders eine Rattenart (Vielzitzenratte), die oft in afrikanischen Häusern vorkommt. Diese scheiden das verursachende Virus mit dem Urin und dem Kot aus.

 

Die Krankheit kann unter dem Bild einer fieberhaften Infektion sehr milde, aber auch tödlich mit Blutungs- und Schockzuständen verlaufen.

 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben ein Prozent aller Betroffenen am Fieber.

 

Wie bekommt man Lassa-Fieber?

Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme der Viren aus verseuchten Nahrungsmitteln oder über Gebrauchsgegenstände, auf denen die infizierten Nagetiere ihre Ausscheidungen abgesetzt haben.

 

Der Erreger kann allerdings auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, denn die Erkrankten scheiden das Virus mit dem Kot und Urin aus. Auch Speichel, Erbrochenes und Blut der Betroffenen können infektiös sein.

 

Wie bemerkt man eine Erkrankung an Lassa-Fieber?

Ungefähr 80 Prozent der Infizierten haben keine oder nur milde Symptome, die verbleibenden 20 Prozent können ein schweres Krankheitsbild entwickeln.

 

Kommt es zu Beschwerden, beginnt die Erkrankung meist schleichend mit Fieber, Schwäche und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Nach einigen Tagen können Symptome wie Kopf-, Muskel- und Brustschmerzen, geröteter Rachen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Husten hinzukommen.

 

In schweren Fällen treten Schwellungen im Gesicht, Flüssigkeit in der Lunge, Blutungen im Bereich des Mundes, der Nase, der Vagina oder des Magen-Darm-Traktes und ein niedriger Blutdruck auf. Im Verlauf kann es zur Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, starkem Blutverlust und Krampfanfällen kommen.

 

Ob es zu einer Genesung des Kranken kommt oder der Tod eintritt, entscheidet sich meist bis zur zweiten Krankheitswoche.

 

Wenn eine schwangere Frau sich infiziert, kann der Virus auch auf ihr ungeborenes Kind übergehen. Passiert dies besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel, sterben bis zu 80 Prozent der betroffenen Kinder.

 

Wie wird Lassa-Fieber festgestellt?

Die oben beschriebene Symptome und Verläufe in Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Afrika lenken den Verdacht auf eine Erkrankung an Lassa-Fieber.

 

Der Beweis erfolgt durch eine Blutuntersuchung, bei der das Blut in Speziallaboren auf das Virus oder entsprechende Antikörper getestet wird.

 

Wie kann man sich vor Lassa-Fieber schützen?

Der sicherste Schutz besteht darin, nicht in Gebiete zu fahren, in denen das Lassa-Fieber vorkommt. Sind Aufenthalte dort unvermeidbar, ist für ausreichende hygienische Bedingungen zu sorgen. Es muss sichergestellt sein, dass Nagetiere keinen Zugang zu den Wohnräumen oder zu den Nahrungsmittelvorräten haben. Außerdem sollte man den Kontakt mit erkrankten Personen meiden.

 

Eine Impfung gibt es bisher nicht.

 

Wie kann man Lassa-Fieber behandeln?

Eine ursächliche Behandlung des Lassa-Fiebers gibt es nicht. Der Verlauf der Erkrankung kann durch die frühzeitige Gabe von Ribavirin (ein Wirkstoff, der die Vermehrung der krankheitsauslösenden Viren hemmt) abgemildert werden. Je früher eine Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

 

Die weitere Behandlung erfolgt symptomatisch, das heißt, es werden Beschwerden, zum Beispiel Fieber und Schmerzen gelindert und für eine angemessene Flüssigkeitszufuhr gesorgt.

 

Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen Erkrankte isoliert werden. Personen, die Erkrankte behandeln oder pflegen, müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhalten.