Leishmanien sind kleine einzellige Parasiten und praktisch überall auf der Welt verbreitet – außer in Australien. Meist kommt es nach der Infektion zu Hauterkrankungen.
Das Risiko, von Leishmanien infiziert zu werden, ist für Reisende in der Regel gering. Übertragen werden Leishmanien durch die sehr kleinen Schmetterlings- oder Sandmücken. Sie geben die Parasiten während der „Blutmahlzeit“ weiter.
Verschiedene Krankheitsformen sind möglich
Wochen bis Monate nach der Infektion können sich verschiedene Krankheitsformen entwickeln. Meist kommt es nach der Infektion zu Hauterkrankungen, die sich in Form „geschwüriger“ Hautstellen an der Stichstelle zeigen. Oft geht die Infektion mit geschwollenen Lymphknoten einher. Bei den südamerikanischen Formen können diese Hautgeschwüre unbehandelt zu schweren Verstümmelungen führen.
Einige Leishmanienarten können Kala-Azar hervorrufen, eine Erkrankung der inneren Organe. Sie tritt selten auf, kann aber sehr schwer verlaufen. Sie beginnt erst Wochen oder Jahre nach der Infektion.
Die Diagnose auf Leishmanieninfektion wird mit Hilfe spezialisierter Laboratorien gestellt.
Behandlung
Zur Behandlung stehen zwar einige Antibiotika zur Verfügung, sie haben zum Teil aber erhebliche Nebenwirkungen und sind auch nicht in allen Fällen wirksam. Die Therapie wird deshalb üblicherweise stationär durchgeführt. Bei der lokalen Behandlung von Hautgeschwüren treten ernste Nebenwirkungen jedoch nicht auf. Derzeit ist weder eine prophylaktische Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe möglich.
So können Sie sich schützen
Die wirksamste Prophylaxe betreiben Sie, indem Sie nach der Dämmerung lange Kleidung tragen, mückenabweisende Mittel verwenden und unter einem Moskitonetz schlafen. Da die Mücken sehr klein sind, sollten die Netze sehr feinmaschig sein.
Autor: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg , erstellt am 11.04.06; zuletzt aktualisiert von Sabine Hockling am 19.08.11