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Was ist Lepra?

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Lepra ist eine der ältesten Infektionskrankheiten. Sie wird durch das Bakterium Mycobacterium leprae verursacht. Lepra kommt weltweit vor, am häufigsten in tropischen und subtropischen Ländern.

2009 traten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit circa 244.000 Neuerkrankungsfälle auf. Fünf Jahre zuvor waren es fast doppelt so viele. In Deutschland kommt die Erkrankung selten im Rahmen eingeschleppter Fälle vor.

 

Der bakterielle Erreger befällt vorzugsweise die Haut und die Nerven der kälteren Körperteile (etwa Hände, Füße, Nase) und kann schwere Schäden verursachen. Folgen können Entstellung und Verstümmelung sein.

 

Wie wird Lepra übertragen?

Der Erreger wird von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion Glossar-Symbol der Atemwege übertragen. Allerdings erkrankt nicht jeder Mensch. Das körpereigene Abwehrsystem sowie erbliche Komponenten spielen eine entscheidende Rolle. Das Immunsystem wird durch schlechte hygienische Verhältnisse, Mangel- und Unterernährung und beengte Wohnverhältnisse beeinflusst.

 

Wann die Krankheit ausbricht, hängt vom Immunsystem ab. Es können Monate, aber auch viele Jahre nach der Ansteckung vergehen.

 

Wie äußert sich Lepra?

Abhängig von der Abwehrlage des Infizierten kann Lepra sehr unterschiedlich verlaufen. Meist finden sich einzelne Hautläsionen (Veränderungen an der Haut), die bei heller Haut rötlich und bei dunkler Haut hell erscheinen. Hinzu kommen Störungen oberflächlicher Nerven wie Sensibilitätsstörungen. Die Hautläsionen müssen nicht zwingend vorkommen.

 

Die Krankheit kann ausheilen oder in eine der folgenden Formen übergehen:

 

  • Tuberkuloide Lepra
  • Lepromatöse Lepra

 

Bekämpft die körpereigene Abwehr die Lepraerreger und ihre Vermehrung, entsteht ein Krankheitsbild, das der Tuberkulose ähnelt und deshalb als tuberkuloide Lepra bezeichnet wird. Es treten mehrere örtlich begrenzte Flecken an verschiedenen Hautstellen auf. Der frühzeitige Befall der Nerven macht sich durch Empfindungsstörungen und Lähmungen bemerkbar. Die tuberkuloide Form der Lepra heilt zum Teil von selbst aus.

 

Einen oft wesentlich dramatischeren Verlauf nimmt die lepromatöse Lepra. Ist der Körper nicht in der Lage, die Bakterien zu bekämpfen, vermehren sie sich nahezu ungehemmt und verursachen Schwellungen und schwerste Gewebeschäden. Hautpapeln (Knötchen) und Knoten können am ganzen Körper auftreten, meist ist das Gesicht mit Nase und Ohren, später auch Hände, Arme und die Gesäßregion betroffen. Augenbrauen und Wimpern fallen aus.

 

Aus den Gewebeschäden resultieren Narben bis hin zu Verstümmelungen. Die Erreger zerstören auch die knorpeligen Anteile der Nase. Im Spätstadium der Lepra werden auch die inneren Organe und die Knochen befallen. Die lepromatöse Form kann tödlich enden.

 

Daneben gibt es Zwischenformen der tuberkuloiden und lepromatösen Lepra, die durch unterschiedliche Verläufe gekennzeichnet sind.

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Autor: Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 17.08.11

Quelle: Jung, E. G.: Dermatologie. MLP Duale Reihe. Thieme, 5. Auflage, 2002; Orfanos, C. E.: Therapie der Hautkrankheiten. Springer, 2. Auflage, 2002; Rassner, G.: Dermatologie. Urban & Fischer, 7. Auflage, 2002; Sterry, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, 4. Auflage (2000); Burchard G.D.: Lepra Epidemiologie, Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 11 vom 17.03.2006

 
 
 

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