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Was versteht man unter einer Leukämie?

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Wörtlich übersetzt bedeutet der aus dem Griechischen stammende Begriff Leukämie "weißes Blut". Er entstand, weil manche Leukämiepatienten so viele weiße Blutzellen (Leukozyten) besitzen, dass ihr Blut weißlich aussieht.

Leukämie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die alle durch bösartige Veränderungen einer oder mehrerer der unterschiedlichen Typen der weißen Blutkörperchen entstehen. Es handelt sich um eine Krebserkrankung der blutbildenden Organe des Körpers, des Knochenmarks und des Lymphsystems.

 

Dort entwickeln sich die verschiedenen im Blut des Menschen zirkulierenden Zelltypen, die roten (Erythrozyten) und die weißen Blutzellen sowie die Blutplättchen (Thrombozyten Glossar-Symbol) aus gemeinsamen Vorläuferzellen, den Stammzellen.

 

Normalerweise werden genauso viele Zellen neu gebildet wie zugrunde gehen. Hemmmechanismen verhindern eine Zellen-Überproduktion. Bei Leukämiepatienten ist diese Steuerung gestört. Außer Kontrolle geratene, bösartige (maligne) Zellen teilen sich immer weiter, allerdings ohne soweit auszureifen, dass sie ihre eigentliche Funktion im Blut übernehmen können. Dabei werden funktionierende Zellen immer mehr verdrängt.

 

Warum und wie häufig entstehen Leukämien?

Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin erkranken in Deutschland jährlich etwas weniger als 10.000 Menschen an Leukämie. Drei Viertel dieser Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt. Die Ursachen liegen immer noch weitgehend im Dunkeln.

 

In den letzten Jahren wurden allerdings einige Faktoren identifiziert, die das Leukämierisiko erhöhen. Man weiß zum Beispiel, dass radioaktive Strahlung genetische Veränderungen an den Blutstammzellen bewirkt, aus denen sich dann eine Leukämie entwickeln kann. Auch bestimmte chemische Stoffe wie Benzol oder einige Pestizide begünstigen die Entstehung dieser Krebsart.

 

Welche Beschwerden machen Leukämien?

Da es verschiedene Leukämieformen gibt, leiden die Betroffenen auch unter unterschiedlichen Beschwerden. Es gibt aber charakteristische Symptome, die fast bei allen Leukämiekranken zu beobachten sind:

 

  • Blässe, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit werden durch eine Anämie (Blutarmut) hervorgerufen.

  • Der Körper wird anfällig für verschiedene Infektionen wie Pilzinfektionen, Lungen- oder Hirnhautentzündungen. Dies passiert aufgrund der sogenannten Leukopenie, einem Mangel an funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen. Diese spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem.

  • Betroffene können manchmal grundlos oder übertrieben stark aus kleinen Wunden bluten. Dies wird durch eine sogenannte Thrombozytopenie hervorgerufen, bei der die Zahl der für die Blutgerinnung Glossar-Symbol wichtigen Blutplättchen abnimmt.

 

Neben diesen gemeinsamen Krankheitszeichen hat jede Leukämie noch ihre eigenen speziellen Symptome.

Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Friedrich Jentzen am 17.08.11

Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Wilmanns, W.: Internistische Onkologie. 2. überarbeitete Auflage, 2000; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Allgemeine Leitlinien zur Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft: Leukämien und myelodysplastische Syndrome: Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Tumorzentrum München; Deutsche Krebsgesellschaft (Januar 2004): Prinzipien der medikamentösen antineoplastischen Systemtherapie. www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/032-002.htm (Stand 11.12.2007); Dietel, M.; Suttorp, N.; Zeitz, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage Berlin: ABW Wissenschaftsverlag, 2005.

 
 
 

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