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Was versteht man unter einem systemischen Lupus erythematodes?

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Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronische Entzündungserkrankung, der eine Störung der Immunregulation zugrunde liegt. Der Begriff "systemisch" besagt, dass das Krankheitsgeschehen den gesamten Organismus betrifft und nicht auf einzelne Organe beschränkt bleibt.

Der SLE zählt zu den Kollagenosen. Die bei der Erkrankung gebildeten Antikörper richten sich gegen körpereigene Zellen. Krankheiten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift, heißen Autoimmunerkrankungen. Etwa 25 von 100.000 Einwohnern sind von einem SLE betroffen.

 

Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Frauen sind etwa zehnmal so häufig betroffen wie Männern. Insgesamt hat die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen, die Gründe hierfür sind unklar.

 

Welche Ursachen hat die Erkrankung?

Das Immunsystem der Betroffenen bildet fälschlicherweise Antikörper Glossar-Symbol gegen die verschiedensten körpereigenen Strukturen. Diese Auto-Antikörper richten sich vorwiegend gegen Bestandteile des Zellkerns und RNA-bindende Eiweiße. Auch Antikörper gegen Phospholipide (wichtige Baustoffe der Zellwand) können vorhanden sein.

 

Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip docken die im gesamten Organismus zirkulierenden Auto-Antikörper an ihr "passendes" Gegenstück (Antigene) an und verbinden sich zu einem Immunkomplex, der eine Entzündung an den verschiedensten Organen auslöst. Diese chronische Entzündung ist letztendlich für die Symptome des systemischen Lupus erythematodes verantwortlich.

 

Was diese fatale Fehlsteuerung des Immunsystems ursächlich in Gang setzt, liegt nach wie vor im Dunkeln. Erbliche Faktoren scheinen eine gewisse Rolle zu spielen. Auch Infektionen sind mögliche Auslöser der Erkrankung. Fest steht, dass UV-Strahlen des Sonnenlichts einen Krankheitsschub hervorrufen können, ebenso bestimmte Medikamente und besondere psychische Belastungen. Ob diese Faktoren den SLE verursachen oder nur Auslöser der Beschwerden sind, ist nicht klar.

 

Auch Rauchen kann die Krankheit fördern. Gleichzeitig verringert es die Wirksamkeit bestimmter Medikamente, die bei der Behandlung eines SLE zum Einsatz kommen. Daher sollten Patienten mit SLE nicht rauchen.

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Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 14.12.11

Quelle: Harrison's Principles of Internal Medicine. McGraw-Hill (15. Auflage 2002); Groß, Schölmerich, Gerok: Die Innere Medizin. Schattauer (10. Auflage 2000)/ Homepage der Interdisziplinären Studiengruppe für Lupus erythematodes; Zylka-Menhorn, V.: Frauenkrankheit Lupus erythematodes. Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 45 vom 10.11.2006; Aringer, M. et al.: Systemischer Lupus erythematodes. Z Rheumatol 2011;70:313–323; Kuhn, A. et al.: Hautmanifestationen des Lupus erythematodes. Z Rheumatol 2011;70:213–227; Altmeyer P.: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2010.

 
 
 

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