Magen-Darm-Infektionen zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Prinzipiell kann jeder Mensch davon betroffen sein, doch besteht ein erhöhtes Risiko für Kinder, aber auch für ältere, kranke und abwehrgeschwächte Menschen.
Reisende in tropischen oder subtropischen Ländern erkranken regelmäßig an Magen-Darm-Infektionen, die sich dann als Brechdurchfälle äußern.
Der Begriff Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) schließt eine Reihe von Erkrankungen ein, deren Hauptsymptome Durchfall und Erbrechen sind. Je nach Erreger unterscheiden sie sich in Dauer und Schwere. Meist ist die Erkrankung zwar unangenehm, aber harmlos und verschwindet nach einigen Tagen ohne Behandlung von selbst.
Wichtig ist es, viel zu trinken, um den großen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Betroffene sollten einige Warnzeichen beachten, um schwere und unter Umständen gefährliche Magen-Darm-Infektionen zu erkennen und vom Arzt behandeln zu lassen.
Wie kommt es zu Magen-Darm-Infektionen?
Die Ursachen von Magen-Darm-Infektionen sind vielfältig. Meist steckt eine Infektion mit Viren oder Bakterien dahinter, seltener Infektionen mit Parasiten oder Pilzen. Auch Bakteriengifte, die mit verdorbener Nahrung aufgenommen werden, können Auslöser der Beschwerden sein (Lebensmittelvergiftung).
Die schädlichen Keime gelangen zum Beispiel über verunreinigtes Trinkwasser, Nahrung, Kontakt mit erkrankten Personen oder beim Essen mit ungewaschenen Händen in den Magen-Darm-Trakt.
In Europa können schwer verlaufende Magen-Darm-Infektionen auf Infektionen mit Bakterien wie Salmonellen und Campylobacter beruhen. Kinder erkranken recht oft an Viren wie dem Rotavirus. In warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards ist das Spektrum möglicher Keime ungleich größer. In solchen Regionen gehören Cholera, Typhus, Shigellose (Bakterienruhr) und die Amöbenruhr zu den typischen Magen-Darm-Infektionen.
Wie kann man sich vor Magen-Darm-Infektionen schützen?
Magen-Darm-Infektionen treten im Erwachsenenalter vor allem auf Reisen in tropische und subtropische Länder auf. Aufgrund der schlechteren hygienischen Bedingungen ist dort das Trinkwasser oft keimbelastet. Daher sollte Wasser stets abgekocht oder in versiegelten Flaschen gekauft werden, selbst wenn es nur zum Zähneputzen verwendet werden soll. Auf Eiswürfel sollte man verzichten. Auch Salate und ungewaschenes Obst sind häufig Ansteckungsquellen.
Ein Merkspruch für Reisende lautet: Cook it, peel it, or forget it - Koch es, schäl es, oder vergiss es!
Daneben gibt es für Touristen die Möglichkeit, sich gegen Typhus impfen zu lassen. Es existiert auch eine Impfung gegen Cholera, diese wird für Reisende jedoch nur in Sonderfällen empfohlen.
Nahrungsmittel, die mit Eiern zubereitet werden, sind sofort zu verzehren, denn Hühner und deren Eier sind das Haupt-Erregerreservoir für Salmonellen. Wenn Eierspeisen längere Zeit ungekühlt stehen, können sich die Erreger der schweren Darm-Infektion darin massenhaft vermehren. Hühnerfleisch sollte immer frisch und gut durchgebraten gegessen werden.
Gegen die in Deutschland verbreiteten Infektionen durch sogenannte Rotaviren kann vorbeugend geimpft werden. Eine Empfehlung zur allgemeinen Impfung gegen die Viren im Kindesalter wurde bisher jedoch noch nicht ausgesprochen.
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- Seite 2: Welche Beschwerden macht die Magen-Darm-Infektion?
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- Seite 4: Wie werden Magen-Darm-Infektionen behandelt?
Autor: Jochen Niehaus; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Phys. Jan Groh am 24.10.11
Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003 und 2007); Koop: Gastroenterologie compact. Thieme (2001); Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Leitlinien. Akute infektiöse Gastroenteritis. Stand 04/2008. www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/068-003.htm

