Der Magen und der Zwölffingerdarm (Duodenum) sind Organe des Verdauungstraktes. Die Wand dieser Organe besteht aus vier Schichten. Die innerste Schicht, die sogenannte Schleimhaut, bildet einen Schutz gegen (Magen-) Säure und andere aggressive Stoffe.
Stressfaktoren wie Bakterien, bestimmte Medikamente oder schwere Erkrankungen können diese Schutzschicht nachhaltig schädigen. Dabei entstehende oberflächliche Schleimhautverletzungen können wieder abheilen. Hält die Belastung jedoch an, kann sich aus dieser Verletzung ein Geschwür entwickeln. Unbehandelt kann es auch tiefe Wandschichten des Magens oder des Zwölffingerdarms erreichen. Überschreitet das Geschwür (Ulkus
) alle Wandschichten, kommt es zur Perforation. Das bedeutet, dass der Inhalt des Magens beziehungsweise des Zwölffingerdarms in die Bauchhöhle gelangt, was für den Betroffenen lebensbedrohlich werden kann.
Woran ist ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür zu erkennen?
Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm verursachen in der Regel Schmerzen im Oberbauch oder im Bereich des Bauchnabels.
Nahrungsabhängige Schmerzen
Die Beschwerden können unter Umständen nahrungsabhängig sein. Während Zwölffingerdarmgeschwüre oft eine leichte Linderung nach der Nahrungsaufnahme zeigen, nehmen die Schmerzen des Magengeschwürs hierbei eher zu. Längere Perioden der Nüchternheit, beispielsweise während der Nacht, können bei einem Zwölffingerdarmgeschwür zu einer erheblichen Zunahme der Beschwerden führen.
Schwarzer Stuhlgang
Kommt es im Rahmen der Veränderung der Magenschleimhaut zu einer Blutung, verfärbt sich der Stuhlgang schwarz. Die schwarze Verfärbung ist auf eine Reaktion des Blutes mit der Magensäure zurückzuführen, kann aber auch andere Ursachen haben wie zum Beispiel die Einnahme von Eisentabletten.
Welche Ursachen hat ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür?
Verantwortlich ist ein Bakterium
Zu den magenschleimhautschädigenden Faktoren zählt in erster Linie das Bakterium Helicobacter pylori
. Dieses Bakterium wird bei etwa 99 Prozent der Patienten mit einem Zwölffingerdarmgeschwür und bei 75 Prozent der Patienten mit einem Magengeschwür gefunden. Da Helicobacter pylori aber auch bei der Hälfte aller Gesunden gefunden wird, scheinen noch andere, zusätzlich schädigende Faktoren eine Rolle zu spielen.
Dauereinnahme von Schmerzmitteln kann zum Geschwür führen
Aber auch die Einnahme von entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten (zum Beispiel Acetylsalicylsäure
, Diclofenac und Ibuprofen) zur Behandlung von Gelenkbeschwerden und chronischen Schmerzen kann zur Bildung eines Ulkus führen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Kortisonpräparaten erhöht sich das Risiko einer Geschwürbildung um ein Vielfaches.
Begünstigende Faktoren
Sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse und belastende Lebenssituationen begünstigen zusätzlich die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.
Ebenso tragen Nikotin-, Kaffee- und Alkoholkonsum zur Entstehung bei.
- Seite 1: Was sind Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre?
- Seite 2: Was macht Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre gefährlich?
- Seite 3: Wie wird ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür behandelt?
Autor: Hans Georg Sparenborg; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Maren Bradtmöller am 29.08.11
Quelle: Hahn/Riemann: Klinische Gastroenterologie (3. Auflage 2000); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2007; Dietel, M.; Suttorp, N.; Zeitz, M. (Hrsg.): Fauci A. S. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 17. englischsprachige Ausgabe, 2007, McGraw-Hill Information & Media group; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung, Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (Stand: 12/2008)

