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Was ist Malaria?

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Malaria (Wechselfieber) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt. Hauptverbreitungsgebiete sind Afrika, Asien und Südamerika.

Schätzungen zufolge erkranken jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen an einer Malaria, 90 Prozent davon allein in Afrika. Bis zu 2,7 Millionen Menschen pro Jahr sterben daran, ungefähr die Hälfte der Opfer sind Kinder unter fünf Jahren. In Deutschland werden jährlich etwa bis zu 1.000 Fälle gemeldet, davon betreffen circa 80 Prozent die gefährliche Malaria tropica.

 

Die Erreger der Malaria sind einzellige Lebewesen, sogenannte Plasmodien, die zur Gruppe der Parasiten gehören. Sie gelangen über Stiche bestimmter weiblicher Mückenarten (Anopheles-Mücken) in den menschlichen Körper. Meistens geschieht dies bei Aufenthalten in den entsprechenden Ländern, weitaus seltener durch importierte Anopheles-Mücken im Flugzeug, auf Flughäfen oder im Gepäck (zum Beispiel „Airport-Malaria“ in der Nähe eines Flughafens, “Baggage-Malaria“ durch Import im Gepäck). Gelegentlich infizieren sich Menschen auch durch Blutübertragungen. Vor oder während der Geburt kann die Mutter die Erreger auf das Kind übertragen.

 

Es gibt verschiedene Plasmodienarten, die unterschiedliche Malariaformen verursachen: Malaria tropica, Malaria tertiana, Malaria quartana und Malaria knowlesi.

 

Durch den Stich einer Mücke, die Erreger in sich trägt, gerät parasitenhaltiger Mückenspeichel in den menschlichen Körper. Die Parasiten vermehren sich zunächst in der Leber und gelangen nach einiger Zeit ins Blut, wo sie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen. Die Zeit zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem Auftauchen im Blut beträgt mindestens fünf bis sieben Tage und kann in seltenen Fällen bis zu zwei Jahren andauern. Erst wenn die Erreger im Blut sind, treten Krankheitserscheinungen auf.

 

Welche Beschwerden verursacht eine Malaria?

Hauptsymptome der Malaria sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Auch Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.

 

Das Fieber kann periodisch auftreten (daher der Name Wechselfieber): Bei der Malaria tertiana liegt zwischen zwei Fiebertagen ein fieberfreier Tag, bei der Malaria quartana sind es zwei fieberfreie Tage. Bei der Malaria tropica ist ein klassisches Wechselfiebermuster jedoch selten.

 

In schweren Fällen, vor allem bei der Malaria tropica, kann es zu Symptomen wie Bewusstseinsstörungen bis hin zum Bewusstseinsverlust oder Krampfanfällen sowie zu Komplikationen wie ausgeprägter Blutarmut oder Nierenversagen mit Todesfolge kommen. Die Malaria tropica ist die gefährlichste der drei Malariaformen. Unbehandelt können über 20 Prozent der Erkrankten versterben.

 

Für die Malaria tertiana und die Malaria quartana sind die regelmäßigen Fieberschübe – mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius - typisch. Bei beiden Formen kommt es gelegentlich zu Rückfallen, zum Teil noch nach Jahren, da die Erreger im Körper überleben können. Die Malaria tertiana führt nur selten zum Tode.

 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Tritt unklares Fieber während oder nach einem Aufenthalt in einem malariagefährdeten Gebiet auf, sollte man zur Abklärung unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Wichtigster Hinweis des Patienten ist die Angabe einer Reise in tropische oder subtropische Gebiete, auch wenn sie mehrere Jahre zurückliegt! Die meisten Fälle der gefährlichen Malaria tropica treten allerdings innerhalb der ersten drei Monate nach Rückkehr aus den entsprechenden Ländern auf.

 

Die wichtigste und exakteste Untersuchung ist die Blutuntersuchung, wobei der Arzt eine kleine Menge Blut mikroskopisch auf Plasmodien überprüft (sogenannter Dicker Tropfen und Blutausstrich). Das Problem ist, dass sich gerade zu Beginn der Erkrankung nur wenige Plasmodien im Blut befinden. Die Blutuntersuchung muss dann mehrmals wiederholt werden, da ein negativer Befund eine Malaria nicht ausschließt. Erfahrene Untersucher können unter dem Mikroskop auch die Plasmodienart erkennen.

 

Daneben gibt es Schnelltests, deren Ergebnisse jedoch nicht ausreichend zuverlässig sind. Sie können aber bei positivem Resultat wertvolle Hinweise geben. Andere Untersuchungen, wie der Nachweis des Erbmaterials des Erregers, bleiben speziellen Fragestellungen vorbehalten.

 

Ist eine Malaria nachgewiesen, muss der Arzt beurteilen, wie schwer die Erkrankung ist. Dazu führt er eine körperliche Untersuchung zur Bestimmung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz, des Blutdrucks und der Atemfrequenz sowie weitere Blutuntersuchungen durch. Angezeigt ist auch die Ableitung eines EKG.

Autor: Dr. med. Karl Addicks; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 15.12.11

Quelle: Bob/Bob: Innere Medizin. Duale Reihe. Thieme (2001); Lang: Tropenmedizin in Klinik und Praxis. Thieme (2000); RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Malaria. Februar 2006; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG). Diagnostik und Therapie der Malaria. August 2011 (www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/042-001.htm); Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG): Medikamente zur Malaria-Prophylaxe (www.dtg.org/7.html#9); Herold G.: Innere Medizin. 2007, Selbstverlag; Robert-Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2010; Stand: März 2011.

 
 
 

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