Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: M . > Masern

Inhaltsbereich

Was versteht man unter Masern?

Artikel vorlesen
 

Masern gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten. Sie werden durch Masernviren übertragen, sind weltweit verbreitet und hoch ansteckend.

Masern (Morbilli) werden durch das Masernvirus (Morbillivirus) ausgelöst. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und tritt außerhalb der Industriestaaten zum Teil erheblich häufiger auf. In Afrika gehören die Masern zu den zehn häufigsten Infektionserkrankungen. Dort ist auch der Anteil tödlicher Krankheitsverläufe besonders hoch.

 

In Deutschland ist die Häufigkeit der Masern in den letzten 30 Jahren aufgrund von Impfungen deutlich zurückgegangen. Trotzdem kommt es immer wieder zu regionalen Ausbrüchen der Erkrankung.

 

Medizinisch bedeutsam sind vor allem die Komplikationen bei Masern, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können.

 

Wie ansteckend sind Masern?

Das Masernvirus ist hoch ansteckend. Häufig reicht ein flüchtiger Kontakt zu Erkrankten, um sich mit dem Virus zu infizieren. Erkrankte Personen übertragen die Erreger beim Husten, Niesen und Sprechen durch Tröpfcheninfektion Glossar-Symbol.

 

Das Masernvirus reagiert sehr empfindlich auf äußere Einflüsse wie Seife oder Desinfektionsmittel. Einfache hygienische Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen können die Ausbreitung der Viren deshalb deutlich erschweren. 

 

Nach einer Infektion mit dem Virus besteht eine lebenslange Immunität. Das heißt, wer einmal Masern hatte, erkrankt kein zweites Mal.

 

Anstecken kann sich jeder Mensch, der nicht geimpft ist oder noch keine Masern gehabt hat. Säuglinge werden in den ersten Lebensmonaten durch Antikörper Glossar-Symbol der Mutter vor einer Maserninfektion geschützt.

 

Ein Patient ist bereits in der Zeit fünf Tage vor und bis vier Tage nach Auftreten der für Masern typischen Hautveränderungen ansteckend. In dieser Zeit dürfen erkrankte Kinder und Erwachsene keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen besuchen. Nicht geimpfte Erwachsene und abwehrgeschwächte Menschen sollten den Kontakt zu Masernerkrankten meiden.

 

Was sind die Krankheitszeichen einer Masernerkrankung?

Ungefähr acht bis zehn Tage nach Ansteckung treten die ersten Beschwerden auf. In diesem Stadium sind Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung (Konjunktivitis) charakteristisch. Zudem können typische feine kalkweiße Fleckchen auf der geröteten Wangenschleimhaut auftreten, insbesondere in Höhe der Backenzähne (Koplik-Flecken). Auch ein Ausschlag an der Schleimhaut (Enanthem) des Gaumens ist möglich.

 

Drei bis sieben Tage nach Beginn der Beschwerden tritt der typische Hautausschlag (Exanthem) auf. Er wird von einem Fieberanstieg begleitet. Das Exanthem besteht aus roten Fleckchen, die im weiteren Verlauf ineinander fließen und leicht erhaben sind. Gelegentlich können die Flecken blutunterlaufen sein. Sie beginnen meist hinter den Ohren oder im Gesicht und breiten sich dann auf Rumpf, Arme und Beine aus. Der Hautausschlag heilt nach maximal einer Woche ab, im Verlauf kann es zu einer feinen Schuppung kommen.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Masernerkrankungen schwächen für etwa sechs Wochen die Abwehrkräfte der Betroffenen. In dieser Zeit besteht deshalb eine erhöhte Ansteckungsgefahr für andere Bakterien- und Virusinfektionen.

 

Die häufigsten Komplikationen bei Masern sind Mittelohrentzündungen, Entzündungen der Bronchien, Lungenentzündungen und Durchfälle.

 

Bei einer von tausend Masernerkrankungen kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), die eine schwerwiegende Komplikation darstellt. Sie führt zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Zehn bis 20 Prozent der Erkrankten versterben an dieser sogenannten Masernenzephalitis, bei 20 bis 30 Prozent bleiben dauerhaft Schäden des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) zurück, etwa eine verminderte Intelligenz oder Konzentrationsstörungen.

 

Sehr selten kann es nach sechs bis acht Jahren zu einer Erkrankung des Gehirns (subakute sklerosierende Panenzephalitis) kommen. Sie wird durch im Körper noch vorhandene Masernviren hervorgerufen. Diese Krankheit ist besonders gefürchtet, weil sie tödlich verläuft.

 

Wie werden Masern diagnostiziert?

Die Diagnose von Masern beruht zunächst auf dem Beschwerdebild der Erkrankung. Dabei kann es jedoch leicht zu Verwechslungen mit Röteln, Ringelröteln oder Scharlach kommen. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und der Meldepflicht, die für Masern bestehen, muss bei jedem Verdacht eine Blutuntersuchung vorgenommen werden, um die Erkrankung sicher nachzuweisen oder auszuschließen. Zu diesem Zweck werden im Blut entweder Virusbestandteile oder, als Zeichen der Abwehrreaktion auf die Infektion, Antikörper gegen Bestandteile des Virus nachgewiesen.

 

Seite 1/2
vorherige Seite nächste Seite

Autor: Hans Georg Sparenborg; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Phys. Jan Groh am 23.11.11

Quelle: DGPI Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie; Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Futuramed (2000)/ Robert-Koch-Institut: Ratgeber Infektionskrankheiten: Merkblätter für Ärzte: Masern (www.rki.de/); Herold G.: Innere Medizin. 2007, Selbstverlag; Speer C.P. und Gahr M.: Pädiatrie. 2. Auflage 2005; Springer Medizin Verlag; Robert Koch-Institut. Masern. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte (Stand: August 2010). http://www.rki.de/cln_160/nn_494538/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Masern.html (abgerufen am 25.11.2010)

 
 
 

Impressum und Hilfe