Was ist ein malignes Melanom?
Der Fachausdruck "maligne" bedeutet "bösartig". Als bösartig wird ein Tumor bezeichnet, wenn er bei seinem Wachstum das umliegende Gewebe zerstört und in andere Körperregionen oder Organe streut, also Metastasen bildet. Der Begriff "Melanom" besagt, dass dieser Tumor von den pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) ausgeht. Diese Zellen sorgen normalerweise dafür, dass sich die Haut bei Sonnenbestrahlung braun färbt.
Das maligne Melanom - auch schwarzer Hautkrebs genannt - tritt bei den hellhäutigen Menschen weltweit immer häufiger auf. In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 bis 14.000 Menschen neu an einem malignen Melanom. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Der genaue Entstehungsmechanismus maligner Melanome ist nicht bekannt. Als ein Risikofaktor werden wiederholte schwere Lichtschäden der Haut insbesondere in der Kindheit, also durch übermäßige Sonnenbestrahlung mit Sonnenbränden, vermutet. Aber auch eine erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Besonders hellhäutige Menschen in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung sind gefährdet.
Etwa ein Drittel der malignen Melanome entwickelt sich aus vorbestehenden Muttermalen oder Leberflecken.
Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ist etwa zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr am größten.
Wie sieht ein malignes Melanom aus?
Maligne Melanome können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Anfangs ist oft nur ein kleiner, unregelmäßig begrenzter dunkler Fleck, ein glatt begrenzter schwarzer Knoten oder seltener ein rosa-grauer Fleck mit kleinem wallartigem Rand zu sehen. Melanome ohne Farbstoff (Pigment) sind sehr selten, kommen aber vor. Auch sonst sind viele Abweichungen von dieser Beschreibung möglich.
Melanome können oberflächlich in die Breite und in die Tiefe in untere Hautschichten wachsen. Sind sie noch auf die Hautoberfläche begrenzt, sind die Behandlungsaussichten sehr gut, weil eine Bildung von Absiedelungen (Metastasen) noch nicht stattgefunden hat.
Wächst der Tumor jedoch in die Tiefe, kann es meist rasch zur Ausbildung von Absiedelungen und Tochtergeschwülsten kommen, zunächst in die umgebenden Hautareale und/oder die nächstgelegenen Lymphknoten. Außerdem streuen die bösartigen Zellen in innere Organe, bevorzugt in die Lunge, die Leber, die Knochen und ins Gehirn. In diesem Stadium sind die Chancen auf Heilung wesentlich schlechter. Daher ist die rechtzeitige Erkennung des Tumors äußerst wichtig.
An welchen Stellen tritt diese Erkrankung am häufigsten auf?
Die meisten malignen Melanome treten in Körperregionen auf, die mit dem Auge sichtbar sind.
Bestimmte Formen des Melanoms finden sich zumeist in Gebieten, die dem Sonnenlicht besonders häufig und intensiv ausgesetzt sind, zum Beispiel der Unterschenkel bei Frauen oder der Rücken bei Männern.
Beginnt ein vorhandenes Muttermal zu jucken, zu nässen oder zu bluten, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Ebenso sollten ein Dunklerwerden, ein Wachstum oder eine unterschiedliche Pigmentierungen innerhalb eines Muttermals den Betroffenen zum Arzt führen.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Nicht selten genügt dem Hautarzt eine Betrachtung mit dem bloßen Auge, um den Verdacht auf ein malignes Melanom zu äußern.
Ergänzend wird die verdächtige Hautveränderung in starker Vergrößerung mit Hilfe des sogenannten Auflichtmikroskops betrachtet. Zusätzlich kann das betroffene Hautareal mit Ultraschall untersucht werden. Diese Untersuchungen geben Auskunft darüber, ob das Melanom noch auf die oberflächlichen Hautschichten begrenzt ist oder schon in die Tiefe wächst.
Die Beurteilung nach dem Aussehen erfolgt anhand der so genannten ABCD-Regel. Beurteilt werden:
- Asymmetrie: Unregelmäßigkeit
- Begrenzung: verwaschene, unscharfe Grenze
- Colorit: unterschiedliche Farbe innerhalb einer Hautveränderung
- Durchmesser: größer als fünf Millimeter
Je mehr Kriterien positiv sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein malignes Melanom handelt. Der veränderte Bereich der Haut wird entfernt und das Gewebe genau unter dem Mikroskop untersucht.
So lässt sich die Diagnose sichern.
Um zu untersuchen, ob sich der Krebs schon im Körper ausgebreitet hat, werden Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen des Brustkorbes (Lungenaufnahme), Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane, eventuell eine Computer- oder auch eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Eine Knochenszintigraphie zum Ausschluss von Knochenmetastasen kann ebenfalls erforderlich sein.
Wie wird ein malignes Melanom behandelt?
Operation
Die Operation ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme beim malignen Melanom. Für den Eingriff reicht oft eine lokale Betäubung aus. Der Tumor wird mit einem Sicherheitsabstand entfernt. Je nach Tumorgröße werden wenige Zentimeter gesundes Gewebe um die Geschwulst herum entfernt, um einem Wiederauftreten vorzubeugen. Dabei kann mit dem intraoperativen Schnellschnitt gearbeitet werden. Noch während der Operation untersucht der Pathologe das Gewebestück auf Art und Ausdehnung des Tumors. So ist es möglich, den Sicherheitsabstand im Bedarfsfall zu vergrößern, bis man sicher ist, den Tumor vollständig entfernt zu haben.
Erfolgt kein Schnellschnitt während der Operation, so wird das entnommene Gewebe ausführlich nachuntersucht. Sollte sich aber bei der Untersuchung herausstellen, dass sich an einem der Schnittränder bösartig veränderte Zellen befinden, muss nachoperiert werden.
Bei der operativen Entfernung von malignen Melanomen entstehen mitunter größere Wunden und Defekte, die durch eine Hauttransplantation oder andere chirurgische Verfahren gedeckt werden.
Da bei größeren Melanomen häufig auch schon die benachbarten Lymphknoten befallen sein können, untersucht man auch diese mikroskopisch. Heutzutage entfernt man nicht sofort alle Lymphknoten, sondern beschränkt sich zunächst auf den sogenannten Wächter-Lymphknoten (Sentinel). Dieser wird genau untersucht. Ist er bereits befallen, entfernt man auch die anderen Lymphknoten der Region.
Andere Therapieverfahren
Eine andere Form der Behandlung ist die Immuntherapie. Dabei erhält der Patient einen Wirkstoff, zum Beispiel Interferon-alpha, der das Abwehrsystem stimuliert. Ziel ist es, noch vorhandene Krebszellen abzutöten.
Auch eine Chemotherapie kommt möglicherweise infrage. Hierbei werden Medikamente, die das Zellwachstum hemmen (), eingesetzt. Diese Behandlung ist besonders bei schnell wachsenden Zellen, zu denen Krebszellen gehören, wirksam. Eine weitere Möglichkeit ist die Bestrahlung oder Strahlentherapie.
Wann welches Verfahren eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren, wie Größe des Tumors und Bestehen von Tochtergeschwülsten, ab. Mitunter werden einige Behandlungsmöglichkeiten auch kombiniert eingesetzt.
Wie gut sind die Behandlungserfolge?
Bei frühzeitiger Behandlung und vollständiger Entfernung des malignen Melanoms ist die Prognose gut. Hat das Melanom bereits Metastasen gebildet, so ist die Prognose ungünstig.
Experten empfehlen eine intensive Nachsorge, insbesondere in den ersten fünf Jahren nach der Operation. In diesem Zeitraum treten Studien zufolge 90 Prozent aller Metastasen auf. Insgesamt wird zu Kontrolluntersuchungen innerhalb der ersten zehn Jahre geraten. Wie intensiv sie sich gestalten, hängt unter anderem von den ursprünglichen Tumoreigenschaften, wie Größe, Lymphknotenbefall oder bereits vorhandene Metastasen ab.
Zu den durchgeführten Untersuchungen zählen die genaue Analyse der Haut und der Lymphknoten, aber auch die Bestimmung von Blutwerten, Ultraschall und weitere bildgebende Verfahren. Auch bei der Nachsorge gilt: Zweit-Melanome oder Metastasen sind nur bei frühzeitiger Erkennung mit Erfolg behandelbar. Es ist daher notwendig, die Nachsorgetermine konsequent wahrzunehmen.
Was sollte sonst noch beachtet werden?
Nach einer Erkrankung an einem malignen Melanom muss der Betroffene noch konsequenter als ohnehin empfohlen auf Sonnenschutz achten.
Wichtig ist, dass man sich selbst genau beobachtet und untersucht. Bei auffälligen neu aufgetretenen oder auch sich verändernden alten Hauterscheinungen sollte man sofort den Arzt aufsuchen.