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 Was ist eine Meningitis?

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Als Meningitis bezeichnet man die Entzündung der Hirnhäute (Meningen). Ursache dieser Entzündung ist meistens eine Infektion mit Bakterien. Seltener lösen Viren oder andere Erreger die Erkrankung aus.

Die knöcherne Hülle des Schädels und der Wirbelsäule schützt Gehirn und Rückenmark. Sie ist mit der Hirnhaut ausgekleidet. Innerhalb des von den Hirnhäuten umgebenen Raumes befindet sich eine Flüssigkeit (Liquor), die Stöße abpuffert und so Gehirn und Rückenmarkzusätzlich schützt.

 

Die Hirnhautentzündung kann eine schwere Erkrankung sein und zu bleibenden Schäden des Nervensystems und sogar zum Tod führen. Die Ursachen für eine Meningitis sind verschiedene Erreger. So unterscheidet man bakterielle und virale Hirnhautentzündungen. Selten sind die tuberkulöse und die durch Pilze oder Parasiten hervorgerufene Meningitis.

 

Eine bekannte Form der Meningitis ist die Folge einer Infektion mit einer bestimmten Bakterienart, den Meningokokken. Seit Einführung der Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C, einer der beiden in Deutschland am häufigsten vorkommenden Meningokokken-Typen, ist die Häufigkeit der Erkrankung deutlich zurückgegangen.

 

Inzwischen erkranken in Deutschland jährlich nur noch etwa fünf von einer Million Einwohnern an einer Meningokokken-Meningitis, bei Kindern und Jugendlichen kann sie häufiger vorkommen. Etwa 35 bis 40 Prozent der Erkrankungen kommen bei Kindern im Alter bis zu fünf Jahren vor. Am häufigsten ist inzwischen eine Infektion mit Meningokokken der Serogruppe B, gegen die es noch keine Impfung gibt.

 

Auch andere Bakterien, zum Beispiel die Erreger grippaler Infekte (Haemophilus influenzae) und die Erreger einer Lungenentzündung (Pneumokokken), können eine Meningitis auslösen.

 

Die Übertragung der Bakterien geschieht meistens entweder durch direkten Kontakt oder durch Tröpfchen zum Beispiel Husten oder Niesen. Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel drei bis vier Tage. Nicht selten stammen die Bakterien aus anderen Entzündungsherden, wie beispielsweise einer Lungen- oder Mittelohrentzündung oder einem Abszess.

 

Eine Hirnhautentzündung kann zudem im Rahmen von viralen Entzündungen wie Grippe, Mumps oder einer Herpesinfektion auftreten. Zu den Viren, die eine Meningitis hervorrufen können, gehören zum Beispiel Herpes-Viren, HIV, das Epstein-Barr-Virus, Masern-Viren, Röteln-Viren und Frühsommermeningoenzephalitis-Viren (FSME-Viren).

 

Wie macht sich eine Meningitis bemerkbar?

Die Symptome einer Meningitis bestehen in einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche, hohem Fieber und Kopfschmerzen. Typischerweise haben die Betroffenen auch einen schmerzenden und steifen Nacken. Beim Beugen des Kopfes nach vorne kommt es zu einer reflexartigen Versteifung des Nackens vor Schmerzen (Meningismus), einem typischen Symptom der Hirnhautentzündung. Häufig sind auch Übelkeit und Erbrechen, Lichtscheue oder Rückenschmerzen.

 

Bei zehn bis 20 Prozent kommt es zu Komplikationen. Bei schweren Krankheitsbildern treten zusätzlich Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen, manchmal auch Lähmungen oder Krampfanfälle auf. Auch Hörstörungen und Hautveränderungen sind keine Seltenheit. Etwa die Hälfte der Erwachsenen mit einer bakteriellen Meningitis entwickelt Komplikationen, zum Beispiel ein Hirnödem, Gefäßerkrankungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn. Etwa jeder dritte Patient mit einer durch Meningokokken hervorgerufenen Infektion entwickelt eine Blutvergiftung (Sepsis), die tödlich verlaufen kann.

 

Diese Symptome entwickeln sich meist in sehr kurzer Zeit (innerhalb von wenigen Tagen bis Stunden), manchmal auch langsamer.

 

Patienten mit diesen Beschwerden sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, um so bald wie möglich eine Behandlung zu erhalten, die schwere Komplikationen und den Tod verhindern kann.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Vera Wittenberg, erstellt am 26.07.04; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 16.12.11

Quelle: Grehl, H.: Checkliste Neurologie. Thieme (2000); Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003 und 2007); Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie/Psychiatrie, Urban & Fischer (2001); Pfister, H.W.: Meningitis. Kohlhammer-Verlag (2001); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Bakterielle (eitrige) Meningoenzephalitis. Oktober 2008 (www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-089.htm); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Atypische erregerbedingte Meningoenzephalitiden, Stand: Oktober 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-061_S1_Meningoenzephalitiden__atypische_erregerbedingte_10-2008_10-2013.pdf); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Virale Meningoenzephalitis, Stand: Oktober 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-100_S1_Meningoenzephalitis__virale_10-2008_10-2013.pdf); Robert-Koch-Institut. Ratgeber für Ärzte - Meningokokken-Erkrankungen, Stand: September 2011 (www.rki.de/cln_226/nn_494546/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Meningokokken.html); Robert-Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2010; Stand: März 2011.

 
 
 

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