Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: M . > Mumps

Inhaltsbereich

Was versteht man unter Mumps?

Artikel vorlesen
 

Mumps ist eine Infektionskrankheit, die durch das Mumpsvirus ausgelöst wird. In der Fachsprache wird die Erkrankung auch Parotitis epidemica, im Volksmund oft Ziegenpeter genannt. Mumps zählt zu den Kinderkrankheiten, kann jedoch auch im Erwachsenenalter auftreten.

Mumps kommt weltweit vor. Eine Impfung gegen das Mumpsvirus ist möglich. Sie ist der beste Schutz vor einer Mumpserkrankung. Trotzdem kommt es in Deutschland gelegentlich noch zu Erkrankungswellen, die dann auch ungeimpfte Erwachsene betreffen können, die sich zuvor noch nicht mit Mumps angesteckt hatten.

 

Wie ansteckend ist Mumps?

Mumps ist sehr ansteckend. Die Übertragung erfolgt beim Husten, Niesen oder Sprechen über die in Speicheltröpfchen enthaltenen Mumpsviren (Tröpfcheninfektion Glossar-Symbol). Erste Beschwerden treten meist 16 bis 18 Tage nach der Ansteckung auf. Allerdings zeigen bis zu 40 Prozent der Infizierten keine Symptome, bei ihnen kommt es zu einem sogenannten stummen Verlauf.


Hat sich eine Person mit dem Virus angesteckt, kann sie bereits sieben Tage vor Auftreten der ersten Symptome das Virus an andere weitergeben. Die Ansteckungsgefahr besteht bis etwa neun Tage nach Krankheitsausbruch. Auch beschwerdefreie oder -arme Infizierte können das Virus übertragen. Nach einer Mumpserkrankung besteht in der Regel ein lebenslanger Schutz vor einer erneuten Ansteckung, nur selten tritt die Erkrankung ein weiteres Mal auf.

 

Wie sind die Krankheitszeichen und der Krankheitsverlauf?

Mumps äußert sich meist zunächst mit Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl, eventuell kommen Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen hinzu. Dabei findet sich oft, aber nicht immer, eine nicht scharf abgegrenzte und schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Diese ist vor und hinter dem Ohr zu sehen und kann zu einem abstehenden Ohrläppchen führen. In etwa drei Viertel der Fälle tritt sie beidseitig auf. Auch Kaubeschwerden sind möglich.

 

Darüber hinaus können auch die übrigen Speicheldrüsen geschwollen und entzündet sein. Meist zieht sich die Infektion zwischen drei und acht Tagen hin. Mumps kann auch als Atemwegserkrankung auftreten, was vor allem bei Kindern unter fünf Jahren vorkommt.

 

Mit steigendem Alter steigt das Risiko für schwerere Verlaufsformen an. Eine mögliche Komplikation ist eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) , die in etwa drei bis zehn Prozent der Fälle auftritt. Sehr selten kann es infolge von Mumps zu einer Innenohrschwerhörigkeit vorkommen (ca. einer von 10.000 Erkrankten). Daneben sind vor allem Hoden, Eierstöcke und Bauchspeicheldrüse gefährdet.

 

Bei ungefähr 25 Prozent der nach der Pubertät betroffenen männlichen Jugendlichen und Männer tritt eine schmerzhafte Hodenentzündung auf, die zu Unfruchtbarkeit führen kann. Ebenfalls nur selten kommt es zu einer unter Umständen lebensgefährlichen Gehirnentzündung, die bei der Hälfte der Betroffenen zu Dauerschäden führt.


Alle genannten Komplikationen können auch auftreten, ohne dass es zuvor zur typischen Entzündung der Speicheldrüsen gekommen ist.

 

Eine Infektion während der Schwangerschaft kann insbesondere in den ersten zwölf Wochen zu einer Fehlgeburt führen.

 

Wie wird Mumps festgestellt?

Mumps wird meist schon an den geschwollenen Ohrspeicheldrüsen erkannt. Zusätzlich können im Blut spezifische Antikörper Glossar-Symbol gegen die Mumpsviren nachgewiesen werden.

 

In besonderen Fällen ist ein Virusnachweis aus Rachensekret, Blut, Urin oder Hirnflüssigkeit möglich.

 

Wie wird Mumps behandelt?

Bei den meisten Betroffenen reichen Bettruhe und fiebersenkende Maßnahmen sowie gegebenenfalls Schmerzmittel aus. Wie bei allen fieberhaften Erkrankungen sollte viel getrunken werden. Pürierte Kost erleichtert das Schlucken.

 

Bei Komplikationen kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig werden. Ein Hodenbänkchen und kalte Umschläge lindern eine schmerzhafte Hodenschwellung. Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse sollte eine Nulldiät eingehalten werden.

 

Wie kann man vorbeugen?

Nur die Impfung schützt vor einer Mumpserkrankung sowie vor den Komplikationen und Spätschäden. Aus diesem Grund wird die Impfung aller Kinder empfohlen. Die Impfung erfolgt zwischen dem zwölften und 15. Lebensmonat meistens als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff). Eine zweite Impfung sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat erfolgen.

Autor: Dr. med. Diedrich Bühler; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Phys. Jan Groh am 25.01.12

Quelle: Lentze, M.J.: Pädiatrie. Grundlagen und Praxis. Springer (2003; Netter, F.H.: Pädiatrie. Thieme (2001); Robert Koch-Institut: Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Mumps (Parotitis epidemica). August 2006; Herold G.: Innere Medizin. 2007, Selbstverlag

 
 
 

Impressum und Hilfe