Was ist eine akute Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind mit Luft gefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind. Eine Entzündung der Nebenhöhlenschleimhaut nennt man Sinusitis. Bei einer Entzündung aller Nebenhöhlen spricht man von einer Pansinusitis. Jeder 13. Deutsche ist im Durchschnitt einmal pro Jahr von einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung betroffen.
Es gibt mehrere Nebenhöhlen: zwei Stirn-, zwei Kiefer- und Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Kleine Öffnungen und Gänge verbinden die Nebenhöhlen mit der Nasenhöhle. So kann das Sekret, das die Schleimhaut in den Nebenhöhlen produziert, über die Nase in den Rachen abfließen.
Wie kommt es zu einer Sinusitis?
Entzündungen der Nebenhöhlenschleimhaut entstehen meistens im Anschluss an einen Schnupfen (Rhinitis). Schleimhautschwellungen infolge des Infekts können die engen Gänge und Öffnungen der Nebenhöhlen verlegen, und es kommt zu Belüftungsstörungen und Sekretstau in den Nebenhöhlen.
Gelangen außerdem Bakterien in die Nebenhöhlen, kann eine eitrige Sinusitis entstehen. Verbiegungen der Nasenscheidewand und vergrößerte Nasenmuscheln begünstigen Entzündungen der Nasennebenhöhlen.
Auch die Entzündung einer Zahnwurzel im Oberkiefer verursacht gelegentlich eine Kieferhöhlenentzündung.
Welche Beschwerden sind typisch?
Typisch für eine akute Sinusitis sind ein Druckgefühl und ein pochender Schmerz über den Wangenknochen (Kieferhöhlen), zwischen den Augen (Siebbeine) und über der Stirn (Stirnhöhle). Der Schmerz verstärkt sich, wenn der Kopf nach unten gebeugt wird. Auch starker Schwindel gehört gelegentlich zum Krankheitsbild.
Wenn die Keilbeinhöhlen entzündet sind, haben die Betroffenen Schmerzen am Hinterkopf. Die Nasenatmung ist behindert. Die Nase läuft wässrig, bei Vorliegen einer bakteriellen Infektion auch eitrig. Allerdings bedeutet ein eitriges Sekret nicht zwangsläufig, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Riechstörungen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind möglich.
Bei Kindern steht meistens nicht der Schmerz im Vordergrund, sondern die laufende Nase und ein Hustenreiz durch Sekret im Rachen.
Wie verläuft eine akute Nasennebenhöhlenentzündung?
In der Regel heilt eine akute Sinusitis ohne Folgen nach zwei Wochen aus. Wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen bestehen und zwischendurch nicht verschwinden, spricht man von einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen.
Eine bakterielle, eitrige Infektion der Schleimhaut kann die Ausheilung verzögern und zu Komplikationen führen, die im Allgemeinen selten sind und vor allem bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem auftreten. Die Entzündung kann sich in die Gesichtsweichteile (Schwellung, Rötung, Abszessbildung), in Richtung des Gehirns (Gehirn- und Hirnhautentzündung, Hirnabszesse) und zum Auge hin ausbreiten.
Solche schwerwiegenden Komplikationen bedürfen je nach ihrem Ausmaß einer unverzüglichen chirurgischen beziehungsweise fachübergreifenden Behandlung im Krankenhaus (Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Augenklinik, Neurochirurgie) und der Gabe von Antibiotika.
Wie wird festgestellt, dass die Nasennebenhöhlen entzündet sind?
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Vorgeschichte, der Beschwerden und der Ergebnisse der Untersuchungen.
Bei Bedarf (zum Beispiel bei unklarer Diagnose oder in komplizierten Fällen) kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt zusätzlich das Naseninnere durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) untersuchen. Er benutzt kleine Spiegelgeräte (Endoskope), um die hinteren und die seitlichen Abschnitte in der Nase mit den Ausführungsgängen der Nebenhöhlen einzusehen. Die Nasenschleimhaut wird vorher mit einem abschwellenden Spray eingesprüht, um die Sicht zu verbessern.
Ultraschallbilder, Röntgenaufnahmen oder eine der Nasenebenhöhlen sind normalerweise nicht notwendig.
Wie wird diese Erkrankung behandelt?
Abschwellende Nasentropfen verbessern den Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen, sollten aber höchstens sieben bis zehn Tage lang zur Anwendung kommen.
Empfohlen wird auch die Anwendung eines kortisonhaltigen Nasensprays, um die zu hemmen und die Schleimhaut in den Nebenhöhlen abschwellen zu lassen.
Zusätzlich kann der Arzt ein Schmerzmittel verordnen. Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn sicher ist, dass Bakterien die Nasennebenhöhlenentzündung verursacht haben. Meistens sind jedoch Viren die Auslöser der Erkrankung. Gegen Viren sind Antibiotika jedoch unwirksam.
Breitet sich eine akute Nasennebenhöhlenentzündung aus, können angrenzende Strukturen in die Entzündung einbezogen werden. Besonders das Auge und das Gehirn in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Nebenhöhlen sind hier gefährdet. Solche Komplikationen erfordern oft eine operative Behandlung.
Gibt es vorbeugende Maßnahmen?
Wenn sich eine Erkältung beziehungsweise ein banaler Schnupfen mit Niesreiz und wässrigem Nasenlaufen anbahnt, können abschwellende Nasentropfen (ohne Kortison) und Inhalationen Belüftungsstörungen der Nebenhöhlen entgegenwirken.
Abschwellende Nasentropfen sollten nicht länger als zehn Tage benutzt werden, da es dann oft zu einer dauerhaften Schleimhautschwellung kommt. Allgemeine Maßnahmen wie Bettruhe und körperliche Schonung, ausreichende Vitaminzufuhr sowie Nikotin- und Alkoholverzicht unterstützen den Heilungsprozess.