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Was ist ein Nierenzellkarzinom?

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Das Nierenzellkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Nierengewebes. Mit drei bis fünf Prozent aller Krebserkrankungen ist er relativ selten. 85 Prozent aller bösartigen Neubildungen der Niere sind Nierenzellkarzinome.

Die Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs sind nicht bekannt. Der wichtigste Risikofaktor ist Rauchen. Das Erkrankungsrisiko erhöht sich auch durch den Umgang mit bestimmten schädlichen Substanzen (zum Beispiel Kadmium, Trichlorethen) oder durch bestimmte Nierenerkrankungen (beispielsweise eine eingeschränkte Nierenfunktion). Bei Frauen ist auch Übergewicht ein Risikofaktor für die Entwicklung von Nierenkrebs. Stärker gefährdet sind zudem Menschen, bei denen bereits ein Familienmitglied an einem Nierenzellkarzinom erkrankt ist.

 

Welche Beschwerden verursacht ein Nierentumor?

Nierenkrebs führt in der Regel erst bei fortgeschrittenem Tumorwachstum zu Beschwerden. Deshalb werden Nierenzellkarzinome oft zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie Glossar-Symbol) des Bauchs oder einer Röntgenschichtaufnahme (Computertomografie Glossar-Symbol) entdeckt.

 

Fortgeschrittene Tumoren können Bauch- und Flankenschmerzen sowie blutigen Urin (Hämaturie) verursachen. Unter Umständen ist der Tumor bei der körperlichen Untersuchung zu tasten. Bei Männern kann ein plötzlich auftretender Krampfaderbruch im linken Hoden (Varikozele) auf einen Einbruch des Tumors in die linke Nierenvene hindeuten. Dazu kommen allgemeine Symptome einer Krebserkrankung wie unklare Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und Blutarmut. Ist bereits eine Tumoraussaat (Metastasierung) erfolgt, deuten Knochenschmerzen auf Knochenmetastasen, Kurzatmigkeit und Husten auf Metastasen in der Lunge hin.

 

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Besteht aufgrund der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung oder der Vorbefunde der Verdacht auf ein Nierenzellkarzinom, leitet der Arzt weitere Maßnahmen ein. Hierzu gehören:

 

  • Sonografie: Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung Glossar-Symbol lassen sich auch kleine Nierentumore erkennen.
  • Blutabnahme, Urinuntersuchung: Um den Allgemeinzustand des Patienten zu beurteilen, nimmt der Arzt Blut ab und untersucht es. Eine Urin-Analyse zeigt, ob Blut mit dem Urin ausgeschieden wird.
  • Computertomografie: Schnittbilder des Körpers geben Auskunft über Art, Größe und Sitz der krankhaften Veränderung. Zudem ist ein Befall der Nebenniere, die kappenartig auf dem oberen Pol der Niere sitzt, sowie das Wachstum des Tumors in die Nierenvene oder untere Körperhohlvene zu erkennen. Die Computertomografie ist für das operative Vorgehen von großer Bedeutung. Ein ähnliches Verfahren, die Magnetresonanztomografie (MRT), eignet sich für Patienten mit Kontrastmittelallergie und bei Nierenfunktionseinschränkungen (Niereninsuffizienz).
  • Urografie: Mit einer Röntgendarstellung des harnableitenden Systems lassen sich andere Tumoren des Harntrakts (zum Beispiel Nierenbeckentumoren, Harnleitertumoren) unterscheiden und indirekt die Nierenfunktion beurteilen. Dafür spritzt der Arzt ein Röntgenkontrastmittel in eine Vene, das innerhalb kurzer Zeit über die Nieren ausgeschieden wird. Der Harntrakt ist dann in Röntgenaufnahmen sichtbar.

     

Ist die Diagnose eines Nierenzellkarzinoms gesichert, kann der Arzt zum Aufspüren möglicher Tochtergeschwülste (Metastasen) eine Röntgenaufnahme der Lungen, eine Ultraschalluntersuchung oder ein CT der Leber sowie eventuell eine Knochenszintigrafie anfertigen. Eine Darstellung der Nierengefäße (Angiografie Glossar-Symbol) ist nur bei unklarer Diagnose und in seltenen Fällen zur Vorbereitung eines operativen Eingriffs sinnvoll. 

Autor: Dr. med. Sigrid Tapken; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 10.10.11

Quelle: Becker, H.D.: Chirurgische Onkologie Glossar-Symbol. Thieme, 2001; Hanno, P.: Clinical manual of Urology. McGraw-Hill, 3rd edition, 2001; Hautmann, R.: Urologie. Springer, 2. Auflage, 2001; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Seeber, S.: Therapiekonzepte Onkologie. Springer, 2002; Sökeland, J.: Urologie. Thieme, 12. Auflage, 2002; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): AWMF Nachsorgeleitlinie, 2000; EBM-Leitlinie Urologie der DGU: 10. August 1998; Internetauftritt der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (www.krebsgesellschaft.de); Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (www.krebsinformation.de); Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (www.urologenportal.de/nierenzellkarzinom.html); Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien 2008: Nierenzellkarzinom (http://www.krebsgesellschaft.de/download/ll_f_03.pdf); Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Auflage, 2010. (www.rki.de/cln_169/nn_203956/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KID2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/KID2010.pdf).  

 
 
 

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