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Was sind zystische Nierenerkrankungen?

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Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die sich in nahezu allen Geweben und Organen des Körpers bilden können. Bei Zysten in der Niere handelt es sich entweder um erworbene Nierenzysten oder angeborene oder ererbte Zystennieren, die zum Nierenversagen führen können. Beides fasst man unter dem Begriff zystische Nierenerkrankungen zusammen.

Zysten sind typischerweise von einer Schicht aus Zellen des Oberflächengewebes (Epithel) ausgekleidet und von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Bei einer Zyste handelt es sich in der Regel um einen harmlosen und gutartigen Prozess. Der flüssige Inhalt der Zyste besteht oft aus Gewebeflüssigkeit und ist mit Gewebeanteilen vermischt.

 

Erworbene zystische Nierenerkrankungen

Einfache Nierenzysten können einzeln oder zu mehreren, in nur einer oder in beiden Nieren auftreten. Meist sind sie harmlos, verursachen keine Beschwerden und werden daher nur zufällig entdeckt. Nierenzysten, die mehr als faustgroß sind, können Druckschmerzen in der Nierengegend, Bauchschmerzen oder Stuhlunregelmäßigkeiten hervorrufen.

 

Eine langjährige Niereninsuffizienz und eine seit vielen Jahren erfolgende Dialyse Glossar-Symbol kann ebenfalls die Ursache von Nierenzysten sein. Sie entwickeln sich bei 30 bis 90 Prozent der Patienten mit einer Langzeitdialyse und können schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise können sich daraus eine komplizierte Zyste und nachfolgend ein Karzinom Glossar-Symbol entwickeln.

 

Ererbte und angeborene zystische Nierenerkrankungen

Zystennieren sind angeborene Nierenerkrankungen, bei denen die normalen Strukturen der Nieren zystisch verändert sind. Es werden verschiedene Formen unterschieden:

       

Am häufigsten ist die vererbte Zystennieren-Erkrankung ADPKD (autosomal dominant polycystic kidney disease = Autosomal Dominante Polyzystische Nierenerkrankung). Ungefähr jeder Vierhundertste bis Tausendste leidet an dieser Erkrankung.

 

Gleichzeitig findet man oft Zysten in der Leber sowie Aussackungen an der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) und an Blutgefäßen im Gehirn (Hirnbasis-Arterien-Aneurysmen). Diese Form der Zystenniere macht sich zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr bemerkbar, besteht jedoch seit Geburt. Bei fast der Hälfte aller Betroffenen über 60 Jahren führen die Zystennieren zu einer dauerhaften Funktionseinschränkung der Nieren, einer Niereninsuffizienz.

 

  • Relativ selten kommt die Autosomal Rezessive Polyzystische Nierenerkrankung (ARPKD) vor. Sie betrifft eines von 20.000 Neugeborenen und führt bei jedem dritten Kind in den ersten Lebensmonaten zum Tod.

  • Angeborene Zystennieren kommen auch im Rahmen anderer Fehlbildungen wie der sogenannten Markschwammniere vor. Sie sind zum Teil so schwerwiegend, dass die Erkrankten bereits im Säuglings- oder Kindesalter an einem Nierenversagen oder anderen Komplikationen versterben.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 15.10.11

Quelle: Hautmann, R.: Urologie. Springer, 2. Auflage, 2001; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2004; Hautmann R., Huland H.: Urologie. 3. Auflage, 2006, Springer; Merkle W.: Urologie. 1997, Hippokrates; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Nierentransplantation. Januar 2006; Schwarz, A. et al. Erworbene zystische Nierenerkrankung. Nephrologe 2010;5:396–403. Kistler, A.D. et al. Zystische Nierenerkrankungen: neue diagnostische Aspekte. Nephrologe 2010;5:375–383; Fischer, D. C. et al.  Zystische Nierenerkrankungen im Kindesalter. Nephrologe 2010 · 5:384–395.

 
 
 

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