Unter einem Oberschenkelhalsbruch versteht man einen Knochenbruch, der unterhalb des Hüftkopfes im Bereich des Oberschenkelhalses auftritt. Der Fachausdruck für Oberschenkelhalsbruch lautet Schenkelhalsfraktur oder Femurhalsfraktur.
Typischerweise kommt ein Schenkelhalsbruch bei älteren Menschen vor, da es mit zunehmendem Alter auch im Bereich des Oberschenkelhalses zu einer Abnahme der Knochendichte kommt. Häufige Ursachen sind die Osteoporose (Knochenschwund) und Stürze.
Die zunehmende Lebenserwartung der Bevölkerung führt somit auch zu einer Zunahme der Schenkelhalsbrüche. Vor allem Frauen sind betroffen. Dennoch können auch Männer und jüngere Menschen einen Oberschenkelhalsbruch erleiden.
Der Schenkelhalsbruch entsteht meist infolge eines Sturzes auf den Oberschenkel oder die Hüfte. Außerdem kann Stolpern (zum Beispiel über einen Teppich) ein Verdrehen des Beins bewirken und bei Patienten mit Osteoporose zum Oberschenkelhalsbruch führen.
Häufig handelt es sich, vor allem bei Älteren, um häusliche Unfälle. Sie sind nicht selten durch Schwindelanfälle oder eine kurze Bewusstlosigkeit aufgrund von Herz-Kreislauf- oder Nervenerkrankungen verursacht.
Bei Patienten mit Osteoporose und einer Fehlstellung der Beine kann auch eine Überlastung des Schenkelhalses zum Knochenbruch führen. Sehr selten kann es auch zu Knochenbrüchen aufgrund einer bestehenden Tumorerkrankung mit Tochtergeschwülsten im Knochen kommen.
Wie kann ein Oberschenkelhalsbruch vermieden werden?
Ganz wichtig ist - vor allem bei alten Menschen - die Behandlung von Grunderkrankungen, die möglicherweise Stürze und somit Knochenbrüche verursachen können, sowie eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung.
Eine kalziumreiche Ernährung und körperliche Betätigung wirken sich zudem günstig auf die Knochen aus. Unter Umständen ist die Gabe von Kalzium und Vitamin D sinnvoll, um die Knochen zu stärken. Maßnahmen wie altersgerechte Wohnungseinrichtungen mit Haltegriffen, Vermeidung von Stolperfallen, Gehhilfen und dem Wetter angepasstes Schuhwerk sind hilfreich, um Stürze zu verhindern.
Besteht bereits eine Osteoporose, ist eine entsprechende Behandlung erforderlich. Weiterhin empfiehlt sich der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Der Arzt sollte bei älteren sturzgefährdeten Menschen außerdem überprüfen, welche Medikamente der Betroffene einnimmt, denn einige Wirkstoffe haben Nebenwirkungen, die das Sturzrisiko zusätzlich steigern.
Menschen mit hohem Sturzrisiko können außerdem Hüftpolster tragen. Diese können bei einem Sturz Knochenbrüche verhindern.
Wie wird ein Oberschenkelhalsbruch festgestellt?
Meistens deuten die Beschwerden im Anschluss an einen Sturz wie starke Schmerzen im Hüftgelenk, die Unmöglichkeit das Hüftgelenk zu bewegen oder die Gehunfähigkeit bereits auf einen Oberschenkelhalsbruch hin. Viele Betroffene schaffen es nicht mehr, das Bein aktiv anzuheben. Häufig ist das gebrochene Bein verkürzt und nach außen verdreht. Doch können diese klinischen Zeichen auch nur wenig ausgeprägt sein.
Wichtige Hinweise erhält der Arzt durch die körperliche Untersuchung. In den meisten Fällen sichert er die Diagnose durch Röntgenaufnahmen des Hüftgelenkes. Auf dem Röntgenbild lässt sich auch erkennen, wo der Bruch verläuft. Selten veranlasst der Arzt zur Sicherung der Diagnose zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie), eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie.
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Autor: Dr. med. Martina Modrack; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 17.10.11
Quelle: Durst, J.: Traumatologische Praxis. Schattauer, 1997; Hasse, F.M.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, 3. Auflage, 2002; Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2006/07; Stöckle, U. et al.: Der Oberschenkelhalsbruch. In: Deutsches Ärzteblatt 102 (2005), S. A3426-3434; Leitlinien Unfallchirurgie: Schenkelhalsfraktur des Erwachsenen, Mai 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-001l_S2e_Schenkelhalsfraktur_des_Erwachsenen.pdf).

