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Was ist eine Osteoporose?

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Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des Skelettsystems, bei der die Knochen ihre Festigkeit verlieren und deshalb leichter brechen.

An Osteoporose erkranken vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Männer und jüngere Frauen können ebenfalls an Osteoporose leiden, sie sind aber wesentlich seltener davon betroffen. Insgesamt sind in Deutschland etwa 7,8 Millionen Menschen von Knochenschwund betroffen. Ursache für die abnehmende Festigkeit der Knochen sind eine verringerte Knochendichte sowie eine veränderte, instabilere Struktur der Knochen.

 

Generell verringert sich die Knochendichte mit zunehmendem Alter. Etwa um das 30. Lebensjahr herum haben die Knochen den höchsten Knochendichtewert erreicht. Danach bleibt die Dichte normalerweise zehn bis 20 Jahre lang unverändert, dann nimmt sie um rund ein Prozent pro Jahr ab. Bei Frauen in und nach den Wechseljahren kann sich die Knochendichte sogar um etwa drei bis vier Prozent pro Jahr verringern.

 

Wenn Knochen einfach so brechen

Bei der Osteoporose geht der Knochenabbau über das normale Maß hinaus. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit werden die Knochen so instabil, dass es zu Knochenverformungen kommen kann. Ebenso können vergleichsweise geringe Belastungen Knochenbrüche nach sich ziehen - vor allem an Wirbelsäule, Oberschenkelhals, Ober- und Unterarm. Spontane Knochenbrüche, also ohne äußere Einwirkung und ohne erkennbaren Grund, sind ebenfalls möglich.

 

Die Folgen dieser Veränderungen sind vor allem Schmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit. Osteoporotische Veränderungen an den Wirbelkörpern können zu Rundrücken, Spitzbuckel und einer Abnahme der Körpergröße führen. Außerdem haben Menschen mit osteoporosebedingten Knochenbrüchen eine verringerte Lebenserwartung.

 

Meist befällt die Osteoporose das gesamte Skelett. Nur selten ist sie auf eine bestimmte Region begrenzt, so zum Beispiel eine gelenknahe Osteoporose bei der rheumatoiden Arthritis.

 

Welche Formen der Osteoporose gibt es? 

Man unterscheidet zwei Formen: die primäre und die sekundäre Osteoporose.

 

In etwa 95 Prozent der Fälle besteht eine primäre Osteoporose. Hier unterscheidet man diejenige, die in jüngeren Jahren auftritt von der, die nach dem 70. Lebensjahr in Erscheinung tritt.

 

Primäre Osteoporose – Typ 1: Postmenopausale Osteoporose

Diese Form betrifft Frauen in den Wechseljahren. Als eine der Ursache nimmt man einen Mangel am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen an, der eine Beschleunigung des Knochenstoffwechsels mit vermehrtem Knochenabbau nach sich zieht.

 

Primäre Osteoporose – Typ 2: Senile Osteoporose

Von dieser Form sind vor allem alte Menschen (älter als 70 Jahre) beider Geschlechter betroffen. Frauen erkranken an dieser Form des Knochenschwundes allerdings doppelt so häufig wie Männer.

 

Sekundäre Osteoporose

In den übrigen Fällen handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose. Hier ist der erhöhte Knochenabbau eine Folge- oder Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung wie zum Beispiel:

 

  • Hormonstörungen wie eine Überfunktion der Schilddrüse
  • Chronische Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn
  • Rheumatoide Arthritis
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die den Knochenabbau fördern (zum Beispiel Kortison, bestimmte Antidiabetika)

Autor: Dr. med. Roland Werners; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 20.10.11

Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003); Thiemes Innere Medizin. Thieme (2000 und 2007); Ärzte Zeitung (22.10.2007): Therapie je nach Alter und Geschlecht.(Stand 26.10.2007); Leitlinien Osteologie - Empfehlungen des Dachverbandes der dt.spr. osteologischen Fachgesellschaften (DVO) (06/2006): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Frauen ab der Menopause Glossar-Symbol, bei Männern ab dem 60. Lebensjahr. Kurzfassung. (Stand 26.10.2007); Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital (12.10.2007): Knochendichtemessung - QCT / DXA. http://www.ruhr-uni-bochum.de/radiologie-josefhospital/qct.htm (Stand 26.10.2007); Dachverband Osteologie e. V.: DVO-Leitlinie 2009 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen (www.dv-osteologie.org/uploads/leitlinien/DVO-Leitlinie%202009%20Langfassung_Druck.pdf); Kuratorium Knochengesundheit, Stand: 20.10.2011 (http://www.osteoporose.org).

 
 
 

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