Bei der Otosklerose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es durch Umbauprozesse im Hörorgan zu einer schlechteren Hörleistung kommt.
Beim Hören treffen Schallwellen, die durch die Ohrmuschel und den Gehörgang ins Ohr gelangen, auf das Trommelfell. Das Trommelfell grenzt den Gehörgang vom Mittelohr ab. Hinter dem Trommelfell liegt ein kleiner Hohlraum, die sogenannte Paukenhöhle. Hier befinden sich die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie sind wie eine Kette hintereinander geschaltet und übertragen den Schall über das sogenannte ovale Fenster weiter zum Innenohr.
Die Otosklerose ist eine Erkrankung des Mittel- und Innenohres, die durch bestimmte Knochenumbauprozesse gekennzeichnet ist. Am ovalen Fenster tritt sie besonders oft auf. Dort wird die normalerweise elastische Aufhängung des Steigbügels in unbeweglichen Knochen umgebaut, was die Schallübertragung zum Innenohr behindert. So nimmt die Beweglichkeit des Steigbügels kontinuierlich ab, was eine zunehmende Schwerhörigkeit bewirkt.
Was weiß man über die Ursachen der Otosklerose?
Die genaue Ursache der Erkrankung ist unklar. Die Tatsache, dass die Krankheit familiär gehäuft auftritt, spricht für eine genetische Komponente bei der Entstehung. Im Durchschnitt ist jeder 250. Mensch von einer Otosklerose betroffen. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sogar annähernd jeder zehnte solche Verknöcherungen an den Gehörknöchelchen besitzt, ohne dass eine Hörstörung auftreten muss.
Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer und die Erkrankung verschlechtert sich oft während einer Schwangerschaft. Deshalb vermutet man, dass hormonelle Einflüsse die Entstehung der Otosklerose begünstigen. Ebenso steht das Masern-Virus im Verdacht, die entzündungsähnlichen Veränderungen hervorzurufen.
Welche Beschwerden sind typisch bei einer Otosklerose?
Typisch ist eine Hörminderung, die sich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr bemerkbar macht und über Jahre hinweg zunimmt. Das Nachlassen des Hörvermögens beginnt meist auf einer Seite, kann dann im weiteren Verlauf der Erkrankung aber beide Ohren betreffen.
Nicht wenige Betroffene leiden außerdem unter Ohrgeräuschen (Tinnitus), manche auch unter Schwindel. Ohrenschmerzen sind typischerweise nicht vorhanden.
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Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Thomas Franke am 19.08.11
Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Auflage, Thieme, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 11. Auflage, 2000/ Leitlinien der Deutschen t. Gesellschaft. für. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Otosklerose. Juni 2001 (http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll-na/017-007.htm)

