Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: PQ . > Perikarditis

Inhaltsbereich

Was ist eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung?

Artikel vorlesen
 

Die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist eine plötzlich auftretende oder chronisch verlaufende Entzündung des Herzmuskels (Myokard), die neben den Herzmuskelzellen auch die Herzgefäße befallen kann. Die Herzbeutelentzündung (Perikarditis) ist eine entzündliche Erkrankung des Herzbeutels. Sie ist häufig von einer Entzündung der anderen Herzschichten, vorwiegend des Myokards, begleitet (Perimyokarditis).

Welche Ursachen können die Erkrankungen haben?

Man unterscheidet verschiedene Formen von Herzmuskelentzündungen:

 

  • Infektiöse Form: Ursachen einer infektiösen Herzmuskelentzündung sind in circa 50 Prozent der Fälle Viren. Wesentlich seltener rufen Bakterien, Pilze oder Parasiten eine Herzmuskelentzündung hervor.

  • Autoimmune Form: In seltenen Fällen kann die Entzündung Folge einer nichtinfektiösen Erkrankung sein, wie zum Beispiel entzündlichem Rheuma oder einer generalisierten Entzündung (Sarkoidose).

  • Toxische Form: Weitere mögliche Auslöser einer Herzmuskelentzündung sind Giftstoffe, zum Beispiel Alkohol, Schwermetalle und einige Medikamente, zum Beispiel eine Chemotherapie oder bestimmte Antibiotika.

     

Auch bei der Herzbeutelentzündung existieren infektiöse und nicht infektiöse Formen:

 

Eine infektiöse Herzbeutelentzündung entwickelt sich häufig aufgrund von Infektionen durch Viren, seltener durch Bakterien.

 

Mögliche nichtinfektiöse Ursachen von Herzbeutelentzündungen sind Tumorerkrankungen und Autoimmunkrankheiten wie entzündlich-rheumatische Gelenkentzündungen (Arthritis), Lupus erythematodes, Sklerodermie und die Sarkoidose. Auch nach einem Herzinfarkt kann es im geschädigten Bereich des Herzens zu einer Entzündung des Herzbeutels kommen.

 

Bei nierenkranken Patienten, die sich einer künstlichen Blutwäsche (Dialyse Glossar-Symbol) unterziehen oder bei denen eine Dialyse geplant ist, können im Blut verbliebene Substanzen, die normalerweise über die Niere ausgeschieden werden, eine Perikarditis verursachen.

Autor: Dr. med. Inka Meißner; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 22.10.11

Quelle: Hahn, J. M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, 3. Auflage, 2000; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, (2002 und 2007); Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinien zur rationellen Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Kardiologie Glossar-Symbol, Register 023/025 und 023/026; Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Register 011/016; Dietel, M.; Suttorp, N.; Zeitz, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage Berlin: ABW Wissenschaftsverlag, 2005; Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie: Leitlinie Myokarditis, Dezember 2010 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/023-025_S2_Myokarditis_10-2004_12-2010.pdf); Brehm, M. et al. Entzündliche Herzerkrankungen bei primär extrakardialen Erkrankungen. Internist 2007;49:27-33; Maisch, B. et al. Das Herz bei viralen, bakteriellen und parasitären Infektionen. Internist 2007;48:255-267; Maisch, B. et al.  Neue Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie der Perikarditis. Internist 2008;49:17–26; Frick, M. et al. M. Myokarditis als Ursache des plötzlichen Herztodes bei Sportlern. Herz 2009;34:299-304.

 
 
 

Impressum und Hilfe