Die Lunge besteht aus einem rechten und einem linken Lungenflügel. Sie nimmt den größten Teil des Brustkorbes ein. Ihre Aufgabe besteht darin, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und beim Stoffwechsel entstandene Abfallstoffe (Kohlendioxid) abzugeben.
Die Lunge ist mit einem dünnen Lungenfell (Pleura viszeralis) überzogen. Begrenzt wird sie im Brustkorb einerseits vom Rippenfell (Pleura parietalis), das die Innenwand des Brustkorbs überzieht, andererseits vom Zwerchfell, das die Lungen von den Verdauungsorganen abgrenzt.
Zwischen Lungenfell und Rippenfell liegt der sogenannte Pleuraspalt. In ihm herrscht ein Unterdruck. Der Unterdruck spannt das Lungengewebe auf und saugt förmlich Luft in die Lunge: Man atmet ein. Bei der Ausatmung wird die Luft ausgepresst und der Unterdruck wieder aufgebaut.
Wie entsteht ein Pneumothorax?
Gerät Luft zwischen Lungenfell und Rippenfell in den Pleuraspalt, geht der Unterdruck verloren und der für das Einatmen wichtige Sog kann nicht aufrechterhalten werden. Die Lunge fällt wie ein Luftballon, aus dem die Luft herausgelassen wird, in sich zusammen. Den Umstand, dass Luft im Pleuraspalt ist, bezeichnet man als Pneumothorax.
Welche Ursachen führen zu einem Pneumothorax?
Bei einem Riss des Lungenfells kann Luft aus der Lunge in den Pleuraspalt übertreten. Dies geschieht manchmal ohne äußeren Anlass. Vor allem bei jungen, großen Männern kann es beim Heben, Stoßen oder Springen zu einem Lungenfellriss und somit zum Pneumothorax kommen.
Andere mögliche Ursachen für Verletzungen des Lungenfells sind zum Beispiel Rippenbrüche, Messerstiche oder andere in den Brustkorb gestochene spitze Gegenstände, aber auch ärztliche Untersuchungen, zum Beispiel eine Entnahme von Leber- oder Lungengewebe.
Ein Pneumothorax kann auch als Komplikation von Lungenerkrankungen entstehen. Vor allem Menschen, die an Asthma bronchiale, Lungenverhärtung (Lungenfibrose) oder Lungentumoren erkrankt sind, erleiden häufiger als die Normalbevölkerung einen Pneumothorax.
Eine besonders gefährliche Form des Pneumothorax ist der sogenannte Spannungspneumothorax. Er kann auftreten, wenn durch eine Verletzung des Brustkorbs ein Loch in der Brustwand entsteht. Mit jedem Atemzug gelangt Luft in den Brustraum, die aber nicht wieder entweichen kann. So wird die Lunge immer weiter zusammengedrückt. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.
Wie wird ein Pneumothorax erkannt?
Erstes Zeichen eines Pneumothorax ist meist ein stechender Schmerz in der betroffenen Brustseite, der oft von einem Hustenreiz begleitet ist. Abhängig davon, wie vollständig die Lunge in sich zusammenfällt, tritt mehr oder weniger starke Atemnot auf.
Der Arzt wird die Lunge abhören und abklopfen. Die Diagnose eines Pneumothorax kann so im Allgemeinen rasch gestellt werden. Manchmal ist allerdings noch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs nötig.
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Autor: Dr. med. Diedrich Bühler; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Friedrich Jentzen am 19.08.11
Quelle: Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, 2001; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2002/2003; Weirauch, W.: Internistische Therapie. 1996/1997; Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (April 2000): Pneumothorax. http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/010-007.htm (Stand 17.10.2007).

