Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: PQ . > Prostatavergrößerung

Inhaltsbereich

Was ist eine Prostatahyperplasie?

Artikel vorlesen
 

Die sogenannte benigne (gutartige) Prostatahyperplasie (BPH) ist eine Zunahme von Größe und Gewicht der Vorsteherdrüse des Mannes, der Prostata. Die Erkrankung führt zu häufigem und erschwertem Wasserlassen und ist die häufigste Ursache für Blasenentleerungsstörungen bei Männern.

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata, Beschwerden des unteren Harntrakts (zum Beispiel häufiges Wasserlassen) und Harnabflussstörungen fasst man unter dem Begriff benignes Prostatasyndrom (BPS) zusammen. Eine Prostatavergrößerung kommt bei etwa einem Viertel der Männer über 50 Jahren vor. Etwa 40 Prozent der Männer dieser Altersgruppe leiden an Symptomen des unteren Harntrakts, weitere 17 Prozent haben Harnabflussstörungen.

 

Wodurch entsteht eine Prostatavergrößerung?

Trotz intensiver Forschung ist die Ursache der gutartigen Prostatavergrößerung bis heute nicht ganz geklärt. Man vermutet ein altersbedingtes Ungleichgewicht zwischen männlichen (Testosteron Glossar-Symbol) und weiblichen (Östrogen) Sexualhormonen. Dieses Missverhältnis der Hormone regt die Prostatazellen zum Wachstum an.

 

Welchen Verlauf nimmt die Erkrankung?

Die Prostatavergrößerung ruft unterschiedlich starke Beschwerden hervor, die nach steigender Beeinträchtigung in drei Stadien eingeteilt werden:

 

Stadium 1:

 

  • schwacher Harnstrahl

  • häufiges Wasserlassen

  • nächtliches Wasserlassen

  • verzögerter Beginn des Wasserlassens

  • aktive Bauchpresse beim Wasserlassen

 

Stadium 2:

wie Stadium 1, aber zusätzlich:

 

  • Restharnbildung (ein Teil des Urins bleibt in der Blase zurück)

  • eventuelle Harnwegsinfektionen (vor allem Blasenentzündungen)

  • eventuelle Blasensteinbildung

  • eventuelle Blutungen

     

Stadium 3:

 

  • Überlaufblase (tröpfchenweiser ständiger Urinabgang bei übervoller Blase)

  • Harnstauungsnieren (wenn der Urin nicht mehr abfließen kann, staut er sich bis in die Nieren zurück)

 

Eine Harnverhaltung, das heißt, die plötzliche Unfähigkeit, spontan Wasser lassen zu können, kann in jedem Stadium auftreten.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen ergeben sich vor allem aufgrund der mechanischen Abflussbehinderung des Urins. Durch den vermehrten Kraftaufwand, der für die Blasenentleerung erforderlich ist, verdickt sich die Blasenmuskulatur übermäßig. Zusammen mit dem erhöhten Blasendruck kann das zu Ausstülpungen der Blasenwand führen, sogenannten Blasendivertikeln.

 

Der verminderte Harnfluss und die damit verbundene verringerte Durchspülung der Harnwege birgt die Gefahr einer Entzündung der Blase oder sogar der Nieren. Dies kann in schweren Fällen zum Austreten von Bakterien in die Blutbahn mit schweren körperlichen, mitunter lebensgefährlichen Auswirkungen führen. Man spricht dann von einer Sepsis beziehungsweise Urosepsis (Blut-/Harnvergiftung).

 

Manchmal läuft eine Entzündung auch unbemerkt ab. In diesem Fall besteht die Gefahr einer dauerhaften (chronischen) Infektion mit fortschreitender Zerstörung und Schrumpfung der Nieren.

Autor: Dr. med. Petra Wiedmann; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.06; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 05.10.11

Quelle: Campbell, M.F.: Campbell's Urology. W.B. Saunders Company, 1997; Hanno, P.: Clinical manual of Urology. McGraw-Hill, 3rd edition, 2001; Hautmann, R.: Urologie. Springer, 2. Auflage, 2001; Sökeland, J.: Urologie. Thieme 12. Auflage, 2002; Hautmann R., Huland H.: Urologie. 3. Auflage, 2006, Springer; Merkle W.: Urologie. 1997, Hippokrates; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BDU). Therapie des Benignen Prostata-Syndroms (BPS). Februar 2009 (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-035l_S2e_Benignes_Prostatasyndrom_Therapie_Leitlinientext.pdf); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BDU): Diagnostik und Differenzialdiagnostik des benignen Prostatasyndroms (BPS), Februar 2009 (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-034l_S2e_Benignes_Prostatasyndrom_Diagnostik_Differenzialdiagnostik_LL-Text.pdf). 

 
 
 

Impressum und Hilfe