Was ist eine Schuppenflechte?
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Haut, die schubweise verläuft. Sie kommt bei zwei bis drei Prozent der Bevölkerung vor und ist damit eine der häufigsten Hauterkrankungen.
Die Hauterscheinungen äußern sich in scharf begrenzten, erhabenen, rötlichen, runden Herden mit typischer silbrig-weißer Schuppung. Die Herde sind unterschiedlich groß und können am ganzen Körper auftreten, am häufigsten betroffen sind aber die Streckseiten der großen Gelenke, der behaarte Kopf und die Analregion.
Zusätzlich finden sich häufig auch Veränderungen an den Fingernägeln wie ölfleckartige Verfärbungen, wie gestanzt wirkende Einsenkungen der Nagelplatte oder ein bröckeliger Nagelzerfall. Auch Handteller und Fußsohlen können betroffen sein.
Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten kommt es zu einer Entzündung der Gelenke, der sogenannten Psoriasis-Arthritis (Psoriasis arthropathica). Die Patienten haben dann zusätzlich zu den Hauterscheinungen Gelenkbeschwerden. Diese treten oft an den Finger- und Zehengelenken auf, aber auch andere Gelenke können betroffen sein. Die Psoriasis-Arthritis kann vor, gleichzeitig mit oder auch nach Auftreten der Hauterscheinungen vorkommen.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Erhebung der Krankengeschichte und die charakteristischen Hautveränderungen sind in der Regel ausreichend, um eine sichere Diagnose zu stellen. Hierbei ist auch wichtig zu erfragen, ob weitere Familienmitglieder betroffen sind, da die Psoriasis eine erbliche Komponente aufweist.
Nur bei unklarem Bild kann die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe in örtlicher Betäubung und die anschließende Untersuchung unter dem Mikroskop notwendig sein.
Wie verläuft die Erkrankung?
Die Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Oft kommt es zu einem schubweisen Verlauf der Krankheitszeichen, wobei die Schübe in Dauer, Stärke und Häufigkeit sehr variabel sein können.
Die Schuppenflechte ist eine Hauterkrankung, die durch viele Faktoren ausgelöst und beeinflusst wird. Dazu gehören besondere Belastungen wie Stress oder Infektionen, vor allem mit bestimmten Bakterien (Streptokokken
), aber auch einige Medikamente, das Rauchen und lokale Hautreizungen durch Kratzen oder Reiben. Saisonale Faktoren können den Hautzustand ebenfalls beeinflussen, so beobachtet man im Sommer häufig eine Besserung der Hauterscheinungen aufgrund der verstärkten UV-Bestrahlung.
Besonders bei einer Gelenkbeteiligung kann es zu bleibenden Schäden kommen, sodass die Betroffenen bestimmte Tätigkeiten, im schlimmsten Fall auch den Beruf, nicht mehr ausüben können.
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Autor: Jürgen Simeth; Janna Christoffers, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 20.04.11
Quelle: Altmeyer P. : Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2010; Dirschka, T.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer (2. Auflage 2002); Deutsche Dermatologische Gesellschaft und Berufsverband der Deutschen Dermatologen; Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris Update 2011 (Stand: 23.02.2011). www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-001.html; www.derma.de/fileadmin/derma/pdfs/LL_Psoriasis_S3_2007_01_05.pdf (Stand 07.11.2007); Menter, A.; Griffiths, E. M.: Current and future management of psoriasis. In: The Lancet 370 (2007), S. 272-284; Moll, I.: Dermatologie. 6. Aufl. Stuttgart: Thieme, 2005; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2007.

