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Was ist eine Rachenmandelvergrößerung (adenoide Hyperplasie)?

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Die Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) befindet sich am Dach des Nasenrachens. Sie besteht aus lymphatischem Gewebe und dient der Immunabwehr. Ist sie vergrößert, spricht man von einer Rachenmandelvergrößerung (adenoide Rachenmandelhyperplasie).

Im Kindesalter vergrößert sich die Rachenmandel natürlicherweise. Das Wachstum kommt in der Pubertät zum Stillstand und im Erwachsenenalter werden sie, ebenso wie die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina), wieder kleiner. Deswegen ist die Rachenmandelvergrößerung (adenoide Hyperplasie) meistens eine Erkrankung im Kindesalter. Sie wird im Volksmund als Rachenpolypen bezeichnet.

 

Begünstigt durch häufige Infekte der Atemwege kann es dazu kommen, dass die Rachenmandel so stark an Größe zunimmt, dass sie die hinteren Nasenöffnungen und die Belüftungswege des Mittelohres (Ohrtrompete) verlegt. Die Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachen. Dies verursacht dann eine Reihe von Beschwerden.

 

Welche Beschwerden verursacht eine Rachenmandelvergrößerung?

Infolge der Größenzunahme der Rachenmandel kann es zu Belüftungsstörungen des Mittelohrs, häufigen Mittelohrentzündungen, Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr und einer Hörminderung kommen. Bleibt eine solche Flüssigkeitsansammlung mit Hörminderung über Monate bestehen, kann sich die Sprachentwicklung verzögern.

 

Häufig ist durch die vergrößerte Rachenmandel die Nasenatmung behindert. Die Kinder atmen mehr durch den Mund, näseln und schnarchen. Die Mundatmung führt zu trockenen Schleimhäuten der Atemwege, die anfällig für Infekte werden können. Typisch sind ein dauernder Schnupfen sowie tastbare Lymphknoten im Kieferwinkel und im Nacken.

 

Sind Rachenmandel und Gaumenmandeln vergrößert, kann es zu Schlaf- und Schluckstörungen kommen. Eine Rachenmandelvergrößerung kann zudem auch Folgen für die Entwicklung von Gebiss, Gesicht und Gaumen haben. 

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Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 22.09.11

Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage, Thieme, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 11. Auflage, 2000; Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 2000; Strutz, J.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, 2000; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)· Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (Juni 2001). (Leitlinie Adenoide Vegetationen); Boenninghaus, Lenarz: HNO. Springer, 13. Auflage, 2007; Leitlinien der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Adenoide Vegetationen. Juni 2001 (www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/Paukenroehrchen/assets/AWMF%20online%20-%20Leitlinie%20HNO_%20Adenoide%20Vegetationen.pdf); Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie. Atemregulationsstörungen. Juli 1998

 
 
 

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