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Was versteht man unter Rachitis und Osteomalazie?

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Der beständige Auf- und Abbau von Knochenstrukturen ermöglicht die mittel- bis langfristige Anpassung des Skeletts an Belastungen bei Arbeit, Sport und Spiel. Ist dabei jedoch die Mineralisierung von neu gebildeter Knochenkittsubstanz gestört, führt dies zur Knochenerweichung.

Typische Beschwerden sind Skelettschmerzen, Knochenverbiegungen, Muskelschwäche und Watschelgang. Von einer Rachitis spricht man, wenn die Erkrankung im Kindesalter auftritt, von einer Osteomalazie, wenn sie im Erwachsenenalter auftritt. Ursachen sind meist ein Mangel an Vitamin D oder Störungen des Vitamin D-Stoffwechsels.

 

Wie nimmt der Körper Vitamin D auf?

In der Haut wird unter der Einwirkung von Sonnenstrahlen eine Vorstufe des Vitamin D gebildet. Diese wird dann in der Leber und in den Nieren in die aktive Form umgewandelt. Darüber hinaus kommt Vitamin D auch in bestimmten Nahrungsmitteln vor. Besonders reich an Vitamin D sind Fisch, Eier und Lebertran.

 

Welche Aufgabe hat Vitamin D?

Beim Knochenstoffwechsel spielt Vitamin D eine Schlüsselrolle. Es fördert die Kalziumaufnahme aus Darm und Niere und sorgt dafür, dass dieses wichtige Mineral in die Knochen eingebaut wird. Erst die Verkalkung, also die Einlagerung von Kalzium und Phosphat, sorgt dafür, dass die weiche Knochengrundsubstanz hart und fest wird. Dadurch erhält das Skelett die nötige Stabilität.

 

Welche Ursachen haben Rachitis und Osteomalazie?

Vitamin D-Mangel

Durch einen Kalziummangel kommt es zu einer verminderten Knochenmineralisierung. Die häufigste Ursache für eine Kalziummangel-Rachitis stellt eine unzureichende Vitamin D-Versorgung in Verbindung mit einer verminderten Sonnenexposition dar. Aber auch Enzymdefekte oder Erkrankungen des Darmes, der Leber oder der Nieren oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten gegen Epilepsie können zu einem Vitamin D- oder Kalziummangel führen.

 

Phosphatmangel

Auch durch einen Mangel an Phosphat kann es zu einer Rachitis oder einer Osteomalazie kommen. Ursache des Phosphatmangels ist meist ein Verlust von Phosphat über die Nieren bei Nierenerkrankungen oder eine erblich bedingte angeborene Erkrankung namens Phosphatdiabetes.

 

Phosphatasemangel

Der seltenen, erblich bedingten, Erkrankung Hypophosphatasie liegt ein Mangel oder eine zu geringe Aktivität des Enzyms alkalische Phosphatase zugrunde. Dieses Enzym spielt beim Aufbau von Knochen eine ähnlich wichtige Rolle wie Vitamin-D, Kalzium oder Phosphat.

 

Wie häufig sind Rachitis und Osteomalazie?

Die ernährungsbedingte Rachitis ist durch die bessere Ernährung und die bei Säuglingen routinemäßig durchgeführte Vitamin-D-Prophylaxe in den letzten Jahrzehnten hierzulande selten geworden. Als Folge von Grunderkrankungen, wie Nierenfunktionsstörungen oder Darmleiden kommt sie aber immer noch vor. Ebenso verhält es sich mit der Osteomalazie, die vor allem Menschen im höheren Alter betrifft.

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Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Eduardo F.-T. Ramminger am 07.10.11

Quelle: Därr, R. et al.: Klinik und Diagnostik der Osteoporose und Osteomalazie, Der Internist 2008 – 49 :1170-1177, Springer Medizin Verlag Heidelberg; Behrman, R. E.: Nelson Textbook of Pediatrics. Harcourt Verlag, 16. Auflage 2000; Harrison’s Principles of Internal Medicine, 15. Auflage 2002; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2003; Koletzko, B.: Kinderheilkunde. Springer Verlag, 11. Auflage 2000/ Schnabel, R., und Haffner, D.: Diagnostik und Therapie der Rachitis. Monatsschrift Kinderheilkunde. Vol. 153, Nr. 1 / Januar 2005, Springer Verlag 2005; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Ausgabe 2007

 
 
 

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