Der Begriff Reflux bezeichnet den Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre.
Eine Refluxkrankheit liegt vor, wenn deshalb entweder Beschwerden auftreten oder die Schleimhaut der Speiseröhre sich verändert. Der Fachbegriff für die Speiseröhre ist Ösophagus. Entzündet sich die Schleimhaut des Ösophagus aufgrund der Reizung durch die aggressive Magensäure, sprechen Mediziner von einer Refluxösophagitis.
Der Magen produziert Salzsäure, um Nahrungsbestandteile zu verdauen und Krankheitserreger abzutöten. Verschließt der Muskel am Ende der Speiseröhre den Mageneingang nur unzureichend, kann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigen.
Eine Refluxkrankheit haben relativ viele Menschen. Schätzungen zufolge leiden zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern daran. Eine Entzündung der Speiseröhre entsteht bei etwa 40 Prozent der Betroffenen. Besteht diese langfristig, kann es zu dauerhaften Schädigungen der Speiseröhre kommen. Bei etwa 0,1 Prozent der Betroffenen entwickelt sich daraus eine Krebserkrankung.
Was sind die Ursachen einer Refluxkrankheit?
Ursachen der Refluxkrankheit können unter anderem sein:
- eine Funktionsstörung des Speiseröhrenschließmuskels
- Entleerungsstörungen des Magens durch eine Schädigung von Nerven, zum Beispiel bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- rheumatische Erkrankungen wie die Sklerodermie
- ein Zwerchfellbruch
- eine verminderte Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre
- ein Rückfluss von Dünndarminhalt in den Magen
Schwangerschaft: Etwa die Hälfte aller Schwangeren leidet unter Sodbrennen, dem wesentlichen Symptom der Refluxkrankheit. Ursachen sind hier der gesteigerte Druck im Bauchraum und Hormonumstellungen. Die Beschwerden verschwinden im Allgemeinen nach der Entbindung.
Vor allem Ernährungssünden stoßen häufig sauer auf beziehungsweise führen zu einer überschießenden Magensäureproduktion:
- zu üppiges Essen
- übermäßiger Alkoholgenuss
zu fette, zu stark gesüßte oder zu saure Speisen und Getränke
Daneben kann alles, was auf den Bauchraum und den Magen drückt, wie Übergewicht, Schwangerschaft, zu enge Kleidung oder auch das Bücken oder Heben schwerer Gegenstände, zu Sodbrennen führen. Ärger und Hektik führen bei vielen Menschen ebenfalls zu Sodbrennen.
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- Seite 2: Welche Beschwerden treten auf?
- Seite 3: Wie erkennt der Arzt eine Refluxkrankheit?
- Seite 4: Was können Betroffene selbst tun?
Autor: Kerstin Szielasko; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 19.08.11
Quelle: Hahn, E. G. / Riemann, J. F.: Klinische Gastroenterologi. Thieme (2000); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen: Gastroösophageale Refluxkrankheit. www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/021-013.htm; Informationen des Berufsverbandes Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V. www.gastromed-bng.de/front_content.php?idcatart=186; Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (2008): Gastroösophageale Refluxkrankheit. www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/021-013.htm.

