Das Rhinophym ist eine seltene fortschreitende und entstellende Erkrankung der äußeren Nase. Ursache ist eine Vergrößerung der Talgdrüsen (Talgdrüsen-Hyperplasie) der Unterhaut. Die oft knollenartig vergrößerte Nase hat dem Rhinophym im Volksmund die Bezeichnung Knollennase und den in vielen Fällen nicht gerechtfertigten Namen Säufernase eingebracht.
Ein Rhinophym kommt fast ausschließlich bei Männern im vierten und fünften Lebensjahrzehnt vor. Meist entsteht ein Rhinophym im Rahmen einer anderen Hauterkrankung, der Rosazea (Kupferfinne). Hierbei sind nicht nur die Talgdrüsen, sondern auch Bindegewebe und Blutgefäße der Haut betroffen.
Die Ursachen der Krankheit sind unklar, man geht davon aus, dass die erbliche Veranlagung eine gewisse Rolle spielt. Möglicherweise kommen weitere Auslöser wie eine Störung des Immunsystems, eine erhöhte Entzündungsbereitschaft der Haut, Gefäßveränderungen, Einwirkung von UV-Licht oder Bakterien hinzu.
Welche Erscheinungsformen kann ein Rhinophym haben?
Man unterscheidet verschiedene Formen des Rhinophyms:
- Glanduläre Form
Hierbei ist die Nase knollenartig und sehr unregelmäßig vergrößert. Die Talgdrüsenöffnungen (Talgdrüsenfollikel) sind erweitert. Die Talgproduktion ist gesteigert (Seborrhoe).
- Fibröse Form
Bei dieser Form ist vornehmlich das Bindegewebe vermehrt.
- Fibroangiomatöse Form
Im Vordergrund stehen eine Bindegewebsvermehrung, eine Erweiterung der Blutgefäße und eine Entzündung. Außer der Nase können in seltenen Fällen auch das Kinn (Gnathophym), die Stirn (Metophym) oder die Ohrmuscheln (Otophym) betroffen sein.
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Autor: Dr. med. Charlotte Willers; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 19.09.11
Quelle: Altmeyer P.: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2010; Braun-Falco O.: Dermatologie und Venerologie. Springer (1996)/ Langer J. Das Rhinophym der Frau - eine seltene Manifestation der Rosacea - Ätiologie und Therapie. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. München, 16.-20.05.2007 (www.e-gms.de/en/meetings/hnod2007/07hnod539.shtml); Fachinformation der Medizinischen Universität Wien (www.AKH-Consilium.at); Lehmann P.M.: Rosazea: Epidemiologie, Pathogenese, Klinik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 24 vom 15.2007; Sobottka, A. et al.: Rosazea 2009. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie, klinische Manifestationsformen und Therapiestrategien. Hautarzt 2009;60:999–1009.

