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Was versteht man unter einer Eileiter- bzw. Eierstockentzündung?

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Streng genommen handelt es sich bei der Eileiterentzündung (Salpingitis) und der Eierstockentzündung (Oophoritis) um zwei verschiedene Erkrankungen. In der Realität kommt eine isolierte Entzündung des Eierstocks aber so gut wie nie vor, sondern entsteht in der Mehrzahl der Fälle aus einer Eileiterentzündung.

Umgekehrt ist bei der Eierstockentzündung fast immer der Eileiter mit betroffen. Da beide Erkrankungen zudem noch die gleichen therapeutischen Konsequenzen haben, werden sie in aller Regel unter dem Begriff Adnexentzündung oder Adnexitis zusammengefasst.

 

Unter Adnexe versteht man die Anhangsorgane der Gebärmutter, also die Eierstöcke (Ovarien), in denen die Eier reifen, und die Eileiter, die für den Transport zur Gebärmutter zuständig sind. Die Adnexitis gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betrifft fast ausschließlich sexuell aktive Frauen im gebärfähigen Alter, am häufigsten zwischen dem 16. und dem 39. Lebensjahr, mit steigendem Alter tritt die Krankheit immer seltener auf. Etwa 70 Prozent der betroffenen Frauen sollen jünger als 25 Jahre sein. Nach heutigem Wissen sind für die Krankheit Infektionen mit verschiedenen Erregern verantwortlich.

 

Außerdem lassen sich eine akute und eine chronische Form unterschieden. Von der chronischen Form spricht man, wenn nach der akuten Entzündung immer wieder Beschwerden auftreten. Ursache dafür ist nicht selten eine zu spät begonnene oder nicht ausreichende Therapie. Unter Umständen kann die chronische Entzündung Monate bis Jahre anhalten und zu schweren Folgeerscheinungen wie Unfruchtbarkeit und ständigen Schmerzen führen. 

 

Was sind die Ursachen einer Adnexitis?

In den meisten Fällen ist die akute Adnexitis Folge einer Infektion mit Bakterien, seltener mit Viren. Die häufigsten Auslöser sind Gonokokken, die Erreger der Gonorrhoe (Tripper), und Chlamydien. Bei bis zu etwa 50 Prozent der Eileiterentzündungen sind diese Keime allein oder auch in Kombination mit anderen Bakterien nachweisbar.

 

Es werden verschiedene Infektionswege differenziert. Bei weitem am häufigsten ist die aufsteigende oder aszendierende Infektion. Hierbei breiten sich die Erreger über die Scheide und die Gebärmutter bis zu den Eileitern und von dort weiter in die Eierstöcke aus.

 

Von einer absteigenden oder deszendierenden Infektion spricht man dann, wenn die Krankheitserreger von entzündeten Nachbarorganen auf die Adnexe übergreifen, beispielsweise bei einer Blinddarmentzündung. Das kann durch den direkten Kontakt oder auf dem Weg über die Lymphbahnen geschehen.

 

Eher die Ausnahme ist die hämatogene Infektion. Hier gelangen die Erreger über die Blutbahn in die Adnexe, ein Beispiel dafür ist die Tuberkulose. Selten kommt es nach operativen Eingriffen zur Adnexitis. In diesen Fällen spricht man von einer postoperativen Infektion.

Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 18.04.11

Quelle: Kaufmann, M.: Die Gynäkologie. Springer, 2003; Parker, J.: The Official Patient's Sourcebook on Pelvic Inflammatory Disease: A Revised and Updated; Directory for the Internet Age. Icon Group International, 2002; Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, 2001/ Diedrich, K. et al. (Hrsg.):. Gynäkologie und Geburtshilfe.: 2. Auflage 2007, Springer-Verlag, 2. Auflage 2007; Medical Guide - Das Patienten-Infocenter: Eierstockentzündung. Informationen von Gesundheit Nord Klinikum Bremen-Mitte (www.klinikum-bremen-mitte.medical-guide.net/deutsch/F/Frauenheilkunde/Eierstockerkrankungen/Eierstockentzndung/ content.pdf);Mylonas, I.; Friese, K.: Adnexitis – eine klinische Herausforderung. Gynäkologe 2009; 42: 786-792

 
 
 

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