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Was ist eine Sarkoidose?

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Die Sarkoidose (Morbus Boeck) ist eine entzündliche Erkrankung, die den gesamten Körper betreffen kann. Dabei entwickeln sich im Bindegewebe mikroskopisch kleine Knötchen (Granulome). Am häufigsten sind die Lymphknoten und/oder die Lunge befallen. Auch andere Organe wie Leber, Milz, Herz, Nieren, Haut, Augen oder Nervensystem können betroffen sein.

Die Sarkoidose tritt meistens erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die Krankheitsursache ist bis heute nicht bekannt, eine erbliche Veranlagung wird allerdings angenommen, da die Sarkoidose in einigen Familien gehäuft vorkommt.

 

Es gibt Hinweise darauf, dass bei Patienten mit Sarkoidose eine Fehlregulation des Immunsystems besteht, die eine überschießende Immunantwort zur Folge hat. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Bakterien (zum Beispiel atypische Mykobakterien und Propionibakterien), die normalerweise überall vorkommen, eine überschießende Entzündungsantwort bei den Betroffenen auslösen.

 

Welche Krankheitszeichen können auftreten?

Die Sarkoidose äußert sich unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat keine Beschwerden. Deshalb wird die Erkrankung oft zufällig, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbes (Thorax), entdeckt.

 

Andere Patienten klagen über Allgemeinsymptome wie erhöhte Körpertemperatur, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

 

Da fast immer die Lungen beteiligt sind, kann es zu Husten und Atemnot kommen, insbesondere bei Belastung.

 

Neben der Lunge können auch andere Organe von der Erkrankung betroffen sein:

 

  • Haut: Die Knotenrose (Erythema nodosum) äußert sich durch rotblaue, schmerzhafte, unscharf begrenzte Flecken, insbesondere an den Streckseiten der Unterschenkel und an Fuß- und Kniegelenken. Sie ist aber nicht spezifisch für die Sarkoidose.
  • Augen: Entzündungen der Regenbogenhaut, der Gefäßhaut, der Binde- und Hornhaut, der Tränendrüsen
  • Speicheldrüsenentzündungen
  • Knochenentzündungen (insbesondere an den Gelenken), Zysten in den Röhrenknochen
  • Nervensystem: Zum Beispiel Gesichtsmuskellähmung, Hirnhautentzündung, Schluckstörungen, Hörstörungen. Charakteristisch sind außerdem Granulome im Hypophysenstil. Dieser Bereich des Gehirns ist für die Bildung von Hormonen verantwortlich, die den Flüssigkeitshaushalt des Körpers regulieren. Die Granulome können die Produktion dieser Hormone beeinträchtigen, weshalb die Nieren einiger Patienten vermehrt Wasser ausscheiden (Diabetes insipidus, Wasserharnruhr).
  • Herz: Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche
  • Niere: Verkalkungen und Nierensteine sind bei chronischem Verlauf möglich.
  • Leber: Bei 60 bis 90 Prozent der Patienten ist die Leber entzündet.
  • Milz: Die Sarkoidose kann eine Entzündung der Milz hervorrufen. 

Autor: Hubertus Fries; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 15.08.11

Quelle: Herold, G. : Innere Medizin. Selbstverlag, 2004; Lorenz: Checkliste Pneumologie. Thieme, 1998; Dietel, M.; Suttorp, N.; Zeitz, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage Berlin: ABW Wissenschaftsverlag, 2005; Prasse, A., Müller-Quernheim, J.: Sarkoidose. Internist 2009;50:581–590.

 
 
 

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