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Was ist eine Schilddrüsenentzündung?

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Eine Schilddrüsenentzündung kann entweder durch Infektionen mit Bakterien oder Viren, durch Einwirkung von Strahlen, durch Verletzungen (Traumata) oder als Folge von Autoimmunkrankheiten entstehen. Bei Autoimmunkrankheiten richten sich Zellen des Immunsystems (körpereigenes Abwehrsystem) nicht nur gegen eingedrungene Erreger und Fremdkörper, sondern aufgrund einer Fehlentwicklung auch gegen körpereigene Zellen.

ie Schilddrüse (Thyreoidea) ist ein walnussgroßes Organ, das sich kurz unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Normalerweise ist sie durch die Halsmuskeln verdeckt und lässt sich allenfalls beim Schlucken tasten, weil sie sich dann nach oben schiebt. Eine gesunde Schilddrüse besteht aus zwei Lappen, die schmetterlingsförmig aneinandergeschmiegt sind. Ihr Gewebe ist sehr weich und sie wiegt durchschnittlich etwa zwischen zwölf und 20 Gramm.

 

Aus Eiweiß und Jod produziert die Schilddrüse die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die Hormone beeinflussen den Stoffwechsel, den Kreislauf und das Wachstum, aber auch das psychische Wohlbefinden. Gesteuert wird die Produktion der Schilddrüsenhormone durch zwei Zentren im Gehirn und deren Steuerungshormone: durch den im Zwischenhirn liegenden Hypothalamus mit seinem Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) sowie durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse Glossar-Symbol) mit ihrem Thyroidea-Stimulierenden-Hormon (TSH).

 

Ist die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut normal, spricht man von einer normalen Stoffwechsellage (Euthyreose). Wird eine größere Menge an Schilddrüsenhormonen hergestellt, als der Körper braucht, so liegt eine Überfunktion der Schilddrüse vor (Hyperthyreose). Im Gegensatz dazu findet sich bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) eine zu geringe Konzentration an Schilddrüsenhormonen im Blut.

 

Eine Entzündung der Schilddrüse (Thyreoiditis) kann je nach auslösender Ursache sehr unterschiedliche Symptome zur Folge haben. Häufig ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Gelegentlich treten Schluckbeschwerden und Schmerzen auf. Abhängig von der Art der Schilddrüsenentzündung können Allgemeinsymptome vorkommen. Bestimmte Entzündungen lösen eine Überfunktion (Hyperthyreose), andere eine Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse aus. Bei einer Thyreoiditis kann auch eine normale Schilddrüsenfunktion (Euthyreose) vorliegen.  

Autor: Dr. med. Silke Zaun; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.06; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 17.08.11

Quelle: Berthold, H.: Klinikleitfaden Arzneimitteltherapie. Gustav Fischer, 1. Auflage 1999; Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, 1999 / Herold G.: Innere Medizin, Selbstverlag 2006; Harrisons Innere Medizin, ABW Wissenschaftsverlag 2003; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ): Autoimmunthyreoditis, 1/2011 (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/027-040l_S1_Autoimmunthyreoiditis.pdf).

 
 
 

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