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Was ist Schilddrüsenkrebs?

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Die bösartigen Tumoren der Schilddrüse (Schilddrüsenkarzinome) gehören zu den selteneren Krebserkrankungen und machen etwa ein Prozent aller bösartigen Tumoren aus. Frauen sind etwa zwei bis drei Mal häufiger betroffen als Männer. Schilddrüsenkarzinome können in jedem Alter auftreten.

Je nachdem, von welchen Zellen der Schilddrüse der Krebs ausgeht, unterscheidet man verschiedene Krebsarten, die sich in Vorkommen und Prognose unterscheiden:

 

  • Differenzierte Schilddrüsenkarzinome - dazu zählen die papillären und die follikulären Karzinome
  • Medulläre Karzinome
  • Undifferenzierte Karzinome
  • Andere Schilddrüsenkarzinome

     

Typ HäufigkeitAlterPrognose

Differenziertes Karzinom Glossar-Symbol

 

1. papillär

2. follikulär

70-80 %

 

 

50 %

20-30 %

 

 

 

  • typisch bei jungen Erwachsenen
  • am häufigsten im fünften Lebensjahrzehnt
sehr gut
Medulläres Karzinom5 %40-50 Jahremäßig
Undifferenziertes Karzinom10 %überwiegend im hohen Alterschlecht

 

In der Mehrzahl der Fälle gehen die Karzinome von den sogenannten Follikelzellen der Schilddrüse aus, den Zellen, die für die Bildung der Schilddrüsenhormone verantwortlich sind. Die Tumoren bezeichnet man in diesen Fällen als differenziert. Das bedeutet, dass die Krebszellen unter dem Mikroskop sehr stark den normalen Schilddrüsenzellen ähneln.

 

Welche Aufgabe hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist ein walnussgroßes Organ, das sich kurz unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Normalerweise ist sie durch die Halsmuskeln verdeckt und lässt sich allenfalls beim Schlucken tasten, weil sie sich dann nach oben schiebt. Aus Eiweiß und Jod stellt die Schilddrüse die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone her. Diese steuern unseren Stoffwechsel, den Kreislauf und das Wachstum, beeinflussen aber auch das psychische Wohlbefinden. Bei einer Störung oder Erkrankung der Schilddrüse gerät der Organismus aus dem Takt: Wenn die Schilddrüse aufgrund einer Unterfunktion (Hypothyreose) zu wenig Hormone produziert, verlangsamen sich die Körperfunktionen. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) bildet sie zu hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen, sodass der Körper auf Hochtouren läuft.

 

Außerdem produzieren bestimmte Zellen der Schilddrüse das Hormon Calcitonin, das den Kalziumstoffwechsel reguliert, indem es die Kalziumkonzentration im Blut senkt. Im Gegensatz dazu stellen die vier etwa linsengroßen Nebenschilddrüsen, die hinter der Schilddrüse liegen, das Parathormon her, welches den Kalziumgehalt im Blut steigert. 

Autor: Jochen Niehaus; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.01.06; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 23.08.11

Quelle: Bumm, R. und Siewert, J. R.: Fachinformation der chirurgischen Abteilung der TU-München · Klinikmanual Chirurgie: Schilddrüsenkarzinom Technische Universität München; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) · Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Maligne Schilddrüsentumoren · AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/014 (Oktober 2001) / Schmoll, H.J.: Kompendium Internistische Onkologie Glossar-Symbol. Springer Verlag, 4. Auflage 2006; Deutsche Krebsgesellschaft: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien 2008: Maligne Schilddrüsentumoren (www.krebsgesellschaft.de/download/ll_b_04.pdf); Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Auflage, 2010 (www.rki.de/cln_169/nn_203956/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KID2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/KID2010.pdf);

 
 
 

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