Was ist die Schilddrüse und was versteht man unter Hyperthyreose?

Die Schilddrüse ist ein walnussgroßes Organ, das sich kurz unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Normalerweise ist sie durch die Halsmuskeln verdeckt und lässt sich allenfalls beim Schlucken tasten, weil sie sich dann nach oben schiebt. Eine gesunde Schilddrüse besteht aus zwei Lappen, die schmetterlingsförmig aneinandergeschmiegt sind. Ihr Gewebe ist sehr weich und sie wiegt durchschnittlich etwa zwölf bis 20 Gramm.

 

Was ist eine Hyperthyreose?

Ist die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut normal, spricht man von einer normalen Stoffwechsellage (Euthyreose). Produziert die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper braucht, so liegt eine Überfunktion der Schilddrüse vor (Hyperthyreose).

 

Die Schilddrüse ist ein walnussgroßes Organ, das sich kurz unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Normalerweise ist sie durch die Halsmuskeln verdeckt und lässt sich allenfalls beim Schlucken tasten, weil sie sich dann nach oben schiebt. Eine gesunde Schilddrüse besteht aus zwei Lappen, die schmetterlingsförmig aneinandergeschmiegt sind. Ihr Gewebe ist sehr weich und sie wiegt durchschnittlich etwa fünfzehn bis 20 Gramm.

 

Aus Eiweiß und Jod produziert die Schilddrüse die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die Hormone beeinflussen unseren Stoffwechsel, den Kreislauf und das Wachstum, aber auch das psychische Wohlbefinden. Zwei Zentren im Gehirn und die von ihnen freigesetzten Hormone steuern die Produktion der Schilddrüsenhormone: der im Zwischenhirn liegende Hypothalamus mit seinem Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) sowie die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) mit ihrem Thyroidea-stimulierenden-Hormon (TSH).

 

Welche Folgen hat eine Hyperthyreose?

Schilddrüsenhormone sind für fast alle Stoffwechselfunktionen des Körpers wichtig. Ein Überschuss an Schilddrüsenhormon lässt viele Stoffwechselprozesse zu stark oder zu schnell ablaufen und wirkt sich damit auf den gesamten Organismus aus. Zu den typischen Zeichen einer Hyperthyreose gehören:

 

  • Unruhe, Zittern, Nervosität, Schlafstörungen
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma (mittlerweile sehr selten), Wesensveränderungen
  • zu schneller Herzschlag und weitere Herzrhythmusstörungen
  • zu hoher Blutdruck, Brustengegefühl (Angina pectoris)
  • Gewichtsverlust trotz starken Appetits
  • warme feuchte Haut, Schweißausbrüche, Haarausfall
  • Durchfall beziehungsweise gesteigerte Stuhlfrequenz
  • Erektionsstörungen, Ausbleiben der Monatsblutung, Unfruchtbarkeit

     

Was sind die Ursachen einer Hyperthyreose? 

Eine Hyperthyreose kann verschiedene Ursachen haben. Die Krankheit betrifft vorwiegend Frauen (Verhältnis 5:1). Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer Schilddrüsenüberfunktion zu leiden.

 

Eine häufige Ursache für eine Überfunktion ist die sogenannte funktionelle Autonomie der Schilddrüse auf dem Boden einer Jodmangelstruma. Das bedeutet, dass die vergrößerte Schilddrüse in bestimmten Regionen der Drüse unabhängig von regulierenden Zentren im Gehirn unkontrolliert Schilddrüsenhormone bildet.

 

Eine weitere Ursache für eine Überfunktion ist die sogenannte Basedow-Krankheit, eine entzündliche Schilddrüsenerkrankung. Bei dieser Autoimmunerkrankung produziert der Körper aus bisher nicht geklärten Gründen Antikörper gegen körpereigenes Gewebe. Die Antikörper stimulieren dabei die Zellen der Schilddrüse und regen deren Vermehrung an, wodurch es zu einer gesteigerten Schilddrüsen-Hormonproduktion kommt. Diese orientiert sich nicht am Bedarf des Körpers und lässt sich durch körpereigene Signale nicht unterdrücken.

 

Seltener kann es auch im Rahmen anderer entzündlicher Schilddrüsenerkrankungen zu einer, meist zeitlich begrenzten, Überfunktion des Organs kommen. Sehr selten sind Hormon produzierende Tumoren (zum Beispiel Schilddrüsentumoren oder Tumoren der Hirnanhangdrüse) der Grund für eine Schilddrüsenüberfunktion.

 

Bei Menschen mit einer Schilddrüsenautonomie können auch jodhaltige Medikamente wie zum Beispiel Kontrastmittel oder Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen. Aufgrund des gesteigerten Jodangebots produziert die Schilddrüse zu viel Hormone, ohne sich am wirklichen Bedarf des Körpers zu orientieren.

 

Wie wird eine Hyperthyreose diagnostiziert?

Meist erhält der Arzt schon durch die Schilderung der Beschwerden erste Hinweise auf die Erkrankung. Verschiedene Untersuchungen sollen dann die Diagnose sichern und die Ursache der Überfunktion feststellen.

 

Blutuntersuchungen

Entscheidend für die Diagnose sind die Konzentrationen der Schilddrüsenhormone im Blut und der TSH-Wert. Bei der Basedow-Krankheit lassen sich in mehr als 90 Prozent der Fälle Schilddrüsen-Antikörper im Blut nachweisen.

 

Sonografie (Ultraschall) der Schilddrüse

Mithilfe des Ultraschalls lassen sich die Größe und die Struktur der Schilddrüse beurteilen. Außerdem können kleine Gewebeproben der Schilddrüse zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden (Feinnadelbiopsie).

 

Schilddrüsenszintigrafie

Eine Szintigrafie dient der Überprüfung der Schilddrüsenfunktion. Dabei misst man die Technetiumanreicherung in der Schilddrüse. Bei der Untersuchung bekommt der Patient eine radioaktiv markierte Substanz in die Vene gespritzt. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse nehmen entweder das gesamte Organ oder nur einzelne Bereiche, sogenannte Knoten, typischerweise die markierte Substanz verstärkt auf.

 

Zusätzliche Untersuchungen

Im Einzelfall können Röntgenaufnahmen der Luftröhre, die Computertomografie des Halses sowie die Farbultraschalluntersuchung der Schilddrüse weiteren Aufschluss über Ursache und Ausmaß der Erkrankung geben.  

 

Wie wird eine Hyperthyreose behandelt? 

Die Therapie der Schilddrüsenüberfunktion hängt von deren Ursache, vom Gesamtzustand und den Begleiterkrankungen des jeweiligen Patienten ab.

 

Folgende Behandlungsverfahren stehen grundsätzlich zur Verfügung:

 

Medikamentöse Therapie

Schilddrüsenblocker, sogenannte Thyreostatika, hemmen die Hormonproduktion in der Schilddrüse. Da in der ersten Zeit der Einnahme dieser Medikamente noch ein bereits gebildeter Überschuss an Schilddrüsenhormon in den Drüsenzellen vorhanden ist, wirken sie erst nach sechs bis acht Tagen. Es dauert also eine Weile bis sich die Überfunktion zurückbildet. Der Patient muss das Medikament dennoch regelmäßig einnehmen, auch wenn er nicht sofort eine Besserung der Beschwerden verspürt. Schilddrüsenblocker gehören bei Schilddrüsenüberfunktion in der Regel zur anfänglichen Behandlung, bis sich die im Blut gemessene Hormonkonzentration wieder normalisiert hat..

 

Bei der Basedow-Krankheit erfolgt die Behandlung mit Thyreostatika über etwa zwölf Monate. In circa der Hälfte der Fälle bessert sich die Erkrankung nach dieser Zeit längerfristig. Bei den übrigen Patienten ist eine Weiterbehandlung mit anderen Verfahren notwendig.

 

Bestrahlung mit radioaktivem Jod (Radiojodtherapie)

Das Prinzip dieser Behandlung besteht in der Zerstörung des Schilddrüsengewebes durch radioaktive Strahlung. Dafür schluckt der Patient radioaktives Jod, das die Schilddrüse zu fast 100 Prozent aufnimmt.

 

Da er während der Behandlung radioaktive Strahlung ausscheidet, muss der Patient für einige Tage isoliert in einer speziell dafür eingerichteten Krankenhausabteilung (Nuklearmedizin) bleiben. In der Woche vor dem Beginn der Radiojodtherapie sollte der Patient keine Schilddrüsenmedikamente einnehmen. Die Radiojodtherapie hat eine hohe Erfolgsrate. Nachteilig sind der verzögerte Wirkungseintritt und die Gefahr einer Schilddrüsenunterfunktion, die auch noch Jahre nach der Behandlung auftreten kann und in Abhängigkeit von der verabreichten radioaktiven Dosis entsteht. Kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, müssen die Patienten lebenslang Schilddrüsenhormone in Tablettenform einnehmen. Ein vermehrtes Auftreten bösartiger Schilddrüsenerkrankungen oder anderer Tumoren ist nach einer Radiojodtherapie nicht beobachtet worden.

 

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kinderwunsch darf keine Radiojodtherapie zur Anwendung kommen.

 

Operation

Eine Operation ist der Radiojodtherapie vorzuziehen, wenn die Schilddrüse so groß ist, dass sie auf die Luftröhre drückt oder wenn zahlreiche Knoten mit unterschiedlich starker oder fehlender Hormonproduktion vorhanden sind. Auch bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor wird man sich für eine Schilddrüsenentfernung oder -verkleinerung entscheiden. Ein großer Vorteil der Operation besteht darin, dass der Schilddrüsenhormonspiegel sofort nach dem Eingriff sinkt. Nachteile der Operation sind die damit verbundenen Risiken wie Blutung oder Verletzung des Stimmbandnervs und die entstehende Narbe am Hals. In wenigen Fällen kann es durch versehentliche Mitentfernung der Nebenschilddrüsen zu einem Mangel an Kalzium im Blut kommen, der dann durch Medikamente behoben werden muss.

 

Nach der Operation ist im Allgemeinen die Einnahme von Schilddrüsenhormonen und Jodid notwendig, um einem erneuten Wachstum des verbliebenen Schilddrüsengewebes vorzubeugen. Die Betroffenen müssen diese Medikamente unter Umständen ein Leben lang einnehmen.

 

Was geschieht, wenn eine Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt wird?

Ohne eine entsprechende Therapie heilt eine Überfunktion der Schilddrüse in den meisten Fällen nicht aus. Nur bei der Basedow-Krankheit zeigt sich in wenigen Fällen eine spontane Rückbildung der Erkrankung. Für den Organismus ist der ständige Überschuss an Schilddrüsenhormonen eine Belastung.

 

Es kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, zunehmender Auszehrung und nervösen Störungen kommen. Sehr gefährlich bei Schilddrüsenüberfunktion ist eine unbeabsichtigte Jodaufnahme, zum Beispiel durch Röntgenkontrastmittel oder Medikamente. Im schlimmsten Fall kann sich eine lebensgefährliche thyreotoxische Krise entwickeln. Neben sehr stark ausgeprägten Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion können Bewusstseinsstörungen oder sogar ein Koma auftreten. Daher sind alle jodhaltigen Substanzen strengstens zu meiden. Jod in Nahrungsmitteln stellt in der Regel kein Problem dar.