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Wie entsteht ein Schleudertrauma?

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Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung der Halswirbelsäule, die oft in Folge eines Auffahrunfalles entsteht. Durch eine schnelle, peitschenartige Vorwärts-rückwärts-Bewegung des Kopfes kommt es zu einer Überbiegung der Halswirbelsäule. Dadurch können Verletzungen der Bänder und Muskeln, seltener auch der Wirbelsäule im Hals-Nacken-Bereich auftreten. Aufgrund des Entstehungsmechanismus wird es auch als Beschleunigungstrauma bezeichnet.

Verletzungen an der Halswirbelsäule zählen mit 70 bis 190 Fällen pro 100.000 Menschen zu den häufigsten Unfallverletzungen.

 

Welche Symptome treten bei einem Schleudertrauma auf?

Die Beschwerden beim Schleudertrauma treten oft erst einige Stunden nach dem Unfall auf und kommen meist erst ein bis drei Tage später zur vollen Ausprägung. Dazu zählen dumpfe, drückende und ziehende Nacken- und Kopfschmerzen, die in den Hinterkopf, die Schulter oder die Arme ausstrahlen können und sich bei Bewegung verstärken.

 

Aufgrund der Schmerzen wird der Kopf oft in einer bestimmten Position, der sogenannten schmerzbedingten Zwangshaltung (steifer Hals), gehalten. Die Bewegung des Kopfes ist eingeschränkt, es entsteht eine Verspannung der Muskulatur (Muskelhartspann, auch Myogelose genannt) im Schulter-Nacken-Bereich.

 

Begleitend treten beim Schleudertrauma gelegentlich Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Ohrgeräusche und Konzentrationsstörungen auf. Auch Kribbelgefühle und leichte Empfindungsstörungen in den Armen können vorkommen.

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Zunächst ist es wichtig, dem Arzt den genauen Unfallhergang (zum Beispiel Auffahrunfall) und die aktuellen Beschwerden zu schildern. Einer allgemeinen körperlichen Untersuchung schließt sich eine gründliche neurologische Untersuchung an, um eventuelle Störungen oder Ausfälle der Bewegung (Motorik) oder Empfindung (Sensibilität) zu erkennen. Knochenbrüche kann der Arzt auf Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule und gegebenenfalls auch des Schädels erkennen beziehungsweise ausschließen.

 

In einigen Fällen, zum Beispiel bei Nervenausfällen, führt man weitere Untersuchungen wie eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie durch. Auch spezielle neurologische Untersuchungen wie die Ableitung der Nervenleitgeschwindigkeit oder ein Elektromyogramm (EMG) sind unter Umständen notwendig.

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Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 19.08.11

Quelle: Hasse, F. M.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer (3. Auflage 2002); Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003); Müller, M.: Chirurgie - Für Studium und Praxis. Breisach: Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2006/07; Niethard, F. U.; Pfeil, J.: Orthopädie. 5. Aufl. Stuttgart: Thieme, 2005; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule, Oktober 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-095_S1_Beschleunigungstrauma_der_Halswirbelsaeule__HWS-ST__10-2008_10-2013.pdf); Engelhardt, M. (Hrsg.): Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer-Verlag GmbH, Heidelberg (2010): Schleuderverletzungen, Halswirbelsäule (HWS) (www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?dv=0&id=01787)

 
 
 

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