Was ist eine Blutvergiftung (Sepsis)?
Die im Volksmund als Blutvergiftung bekannte Sepsis bezeichnet eine sehr schwere Allgemeininfektion, die den gesamten Körper betrifft. Der Begriff Sepsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich Gärung oder Fäulnis.
Eine Sepsis wird durch bestimmte Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen hervorgerufen. Diese gelangen, ausgehend von einer Eintrittsstelle im Körper in die Lymphbahnen und ins Blut. Verantwortlich sind Verletzungen und Entzündungen an verschiedenen Organen wie eine Lungenentzündung, Zahnentzündung oder ein Harnwegsinfekt. Die Erreger selbst und die von ihnen hergestellten Botenstoffe aktivieren das Abwehrsystem des Wirtes und setzen eine Reihe von Entzündungsreaktionen in Gang.
Dieses Entzündungssystem ist eigentlich sinnvoll, denn mit Hilfe der Entzündung setzt sich die körpereigene Abwehr gegen die gefährlichen Erreger zur Wehr. Kann der Körper die Entzündungsantwort jedoch nicht mehr auf den Ursprungsort begrenzen, breiten sich die Erreger oder seine Giftstoffe über das Blut im ganzen Körper aus. Man spricht von Sepsis.
Die unkontrollierte, überschießende Immunreaktion im Rahmen der Sepsis kann verschiedene Organe schwer schädigen. Im schlimmsten Fall versagen innerhalb sehr kurzer Zeit mehrere Organsysteme gleichzeitig. Trotz verbesserter Intensivtherapie verläuft die Krankheit oft tödlich. Nach Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft erkranken pro Jahr etwa 125.000 bis 300.000 Patienten an einer Sepsis. Sie ist neben den herzbedingten Todesfällen die Haupttodesursache auf Intensivstationen.
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Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 23.11.11; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 23.11.11
Quelle: American College of Chest Physicians / Society of Critical Care Medicine Consensus Conference Committee: Definitions for sepsis and organ failure and guidelines for the use of innovative therapies in sepsis. Critical Care Medicine 1992; 20:864-874; Bauer, M. Pathophysiologie der Sepsis. Der Anästhesist 1996; 45: 312-322; Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge der Sepsis: 1. Revision der S-2k Leitlinien der Deutschen Sepsis-Gesellschaft e.V. (DSG) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). AWMF-Leilinie Register-Nr. 079/001, GMS Ger Med Sci 2010;8:Doc14

