Unter Impotenz wird die Unfähigkeit zur Fortpflanzung (Impotentia generandi) verstanden, im weiteren Sinne auch das Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuüben (Impotentia coeundi).
Dieser Begriff Impotenz wird heute zunehmend durch die Bezeichnung erektile Dysfunktion ersetzt. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn ein Patient mindestens sechs Monate lang keine Erektion des Penis erreichen oder aufrecht erhalten kann, die einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ermöglicht. Ursache kann eine mechanische und/oder psychoreflektorische Störung der Gliedversteifung sein.
Die Erektion wird durch das Zusammenspiel von Empfindungen, Nervenreizleitungen und vermehrter Blutfülle in den Penisschwellkörpern bestimmt. Durch den vermehrten Bluteinstrom in die Schwellkörper kommt es zu einer Gliedsteife. Strömt das Blut wieder ab, erschlafft der Penis.
Welche Arten der Erektionsstörungen gibt es?
Erektionsschwierigkeiten können zu verschiedenen Zeitpunkten und in unterschiedlichen Situationen auftreten. So können sie vom Anfang des Sexuallebens an vorliegen oder sich nach zunächst normaler sexueller Funktion erst später entwickeln. Man unterscheidet außerdem zwischen einer akuten, plötzlich auftretenden und einer chronisch anhaltenden Erektionsstörung.
Aktbezogene Erektionsstörungen sind Störungen, die beim Beischlaf, nicht dagegen bei der Masturbation auftreten.
Partnerbezogene Erektionsstörungen liegen vor, wenn zum Beispiel keine Erektion bei der Ehefrau, wohl aber bei einer anderen Sexualpartnerin möglich ist.
Situationsbezogene Erektionsstörungen sind orts- und zeitbezogen und liegen vor, wenn zum Beispiel normale Erektionen während des Urlaubs möglich sind, im normalen Alltag aber Probleme auftreten. In diesem Fall spielt der Faktor Stress oft eine entscheidende Rolle.
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Autor: Dr. med. Markus Mohr; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 23.07.11
Quelle: Eichenhauer, R.: Klinikleitfaden Urologie. Jungjohann Neckarsulm, 1996; Hanno, P.: Clinical manual of Urology. McGraw-Hill, 3rd edition, 2001; Hautmann, R. und Huland, H.: Urologie. 3. Auflage 2006, Springer Medizin Verlag; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion. Oktober 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-112_S1_Erektile_Dysfunktion__Diagnostik_und_Therapie_10-2008_10-2013.pdf); Sivalingam S. et al.: An overview of the diagnosis and treatment of erectile dysfunction. Drugs 2006; 66: 2339-2355.

