90 Prozent des Speichels werden von den drei paarig angeordneten großen Speicheldrüsen produziert.
Die Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis) liegen beidseits vor dem Ohr, die Unterzungendrüsen (Glandula sublingualis) im Mundboden unter der Zunge, und die Unterkieferdrüsen (Glandula submandibularis) befinden sich hinten an der Innenseite des Unterkiefers. Ihre Ausführungsgänge münden an verschiedenen Stellen in den Mundraum.
Darüber hinaus besitzt der Mensch noch viele kleine Speicheldrüsen, beispielsweise in der Wangenschleimhaut, im Rachen und an den Lippen. Krankhafte Veränderungen betreffen allerdings fast ausschließlich die großen Speicheldrüsen.
Aufbau und Funktion des Speichels
Der Speichel hat in unserem Organismus viele Funktionen. Zunächst einmal verflüssigt er die von den Zähnen zerkleinerte Nahrung, was den Transport zur Speiseröhre und das Schlucken erleichtert. Die im Speichel enthaltenen Enzyme tragen außerdem einen nicht unerheblichen Teil zur Nahrungsverdauung bei.
Immunglobuline
, ebenfalls ein Bestandteil des Speichels, dienen der Abwehr von Krankheitserregern im Mund- und Rachenraum. Außerdem enthält das flüssig-schleimige Sekret verschiedene Elektrolyte wie Natrium und Kalzium.
Insgesamt werden jeden Tag etwa 1,5 bis zwei Liter Speichel gebildet, wobei die Produktion im Tagesablauf stark schwankt. Nachts ist sie sehr gering, was sich oft am Morgen durch einen trockenen Mund bemerkbar macht, beim Essen steigt sie stark an.
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Autor: Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Eduardo F.-T. Ramminger am 07.10.11
Quelle: Boenninghaus, Lenarz: HNO. Springer, 13. Auflage, 2007; Reichart P.A., Hausamen J.E., Becker J.: Curriculum Chirurgie Band III Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie . Quintessenz, Berlin 2002; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Sialolithiasis (Speichelstein). Juni 2001 (http://www.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll-na/017-025.htm); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Onkologie
des Kopf-Hals-Bereichs. Juni 1999 (www.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll-na/017-067.htm)

