Der körperferne Speichenbruch (distale Radiusfraktur) ist der häufigste Knochenbruch des Menschen. Die Bruchstelle liegt nah am Handgelenk.
Der Unterarm wird von zwei Knochen, der Speiche (Radius) und der Elle (Ulna) gebildet. Am häufigsten tritt ein Bruch des Unterarms am körperfernen Ende der Speiche (distaler Radius) auf. Seltener bricht gleichzeitig auch das körperferne Ende der Elle, dann spricht man vom kompletten Unterarmbruch. Nur vereinzelt kommt es zu einem isolierten Bruch der Elle.
Begleitverletzungen können zum Beispiel Nervenschädigungen, Gefäßverletzungen, Risse der Bandverbindungen im Bereich des Handgelenkes oder der Knorpelscheibe zwischen Elle und Handwurzelknochen sein.
Wie entsteht ein körperferner Speichenbruch?
Fast immer ist die Ursache ein Sturz entweder auf die im Handgelenk gebeugte oder gestreckte Hand bei ausgestrecktem Arm. Im Alter handelt es sich meist um Stürze im häuslichen Umfeld. Bei älteren Menschen, vor allem wenn sie unter Osteoporose leiden, kann schon ein Sturz aus dem Stand zum Speichenbruch führen.
Bei Kindern sind fast immer Stürze beim Spielen oder beim Sport die Ursache, bei Jugendlichen am häufigsten Sportunfälle.
Wie wird ein körperferner Speichenbruch festgestellt?
Häufig deuten die Symptome nach einem Sturz bereits auf einen körperfernen Speichenbruch hin. Diese sind:
- intensive Schmerzen im Handgelenk
- Schwellung des Handgelenks
- Kraftverlust
- Funktionsverlust Gefühlsstörungen
sichtbare Fehlstellung
Zusätzlich untersucht der Arzt, ob Prellungen, Schürfungen, Blutergüsse oder Wunden vorliegen, ob Drücken über der Bruchstelle Schmerzen verursacht und ob Unterarm, Hand- und Fingergelenke voll beweglich und funktionsfähig sind. Außerdem muss er überprüfen, ob weitere Verletzungen vorliegen.
Mittels Röntgenaufnahmen des Handgelenkes lässt sich die distale Radiusfraktur fast immer sicher diagnostizieren. Selten sind zusätzlich weiterführende Untersuchungen wie eine Computertomografie
notwendig. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Verdacht auf Verletzungen des Bandapparates, können eine Magnetresonanztomografie oder eine Arthroskopie
(Gelenkspiegelung) nötig sein.
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Autor: Dr. med. Martina Modrack; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 13.07.11
Quelle: Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2002/2003; Schumpelick, V.: Chirurgie. 4. Auflage. Enke Verlag, 1999; Kraus, R. et al.: Häufigkeit von Frakturen der langen Röhrenknochen im Wachstumsalter. Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 12 vom 25.03.2005; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.; AWMF-Leitlinie Distale Radiusfraktur. Mai 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-015l_S2_Distale_Radiusfraktur_2008.pdf)

