Eine bösartige Gewebeneubildung, die von Zellen der Speiseröhre ausgeht, bezeichnet man als Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom). Dabei lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden: das Plattenepithelkarzinom, das sich aus Zellen der Schleimhaut entwickelt, und das von den drüsigen Schleimhautzellen ausgehende Adenokarzinom.
Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein etwa 25 Zentimeter langer und ein Zentimeter weiter, innen mit Schleimhaut überzogener Muskelschlauch. Dieser beginnt im Schlund und transportiert den Speisebrei in den Magen. Am unteren Ende befindet sich ein Schließmuskel, der verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt.
In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 5.400 Menschen an Speiseröhrenkrebs. In anderen europäischen Ländern und in Asien kommt die Erkrankung wesentlich häufiger vor. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. Mit zunehmendem Alter (über 50 Jahre) steigt das Erkrankungsrisiko.
Wie entsteht Speiseröhrenkrebs?
Folgende Risikofaktoren fördern die Entstehung des Ösophaguskarzinoms:
- Alkoholmissbrauch, insbesondere mit hochprozentigem Alkohol
- Rauchen: Riskant ist vor allem die Kombination von Alkohol und Nikotin. Bei jahrelangem regelmäßigem Konsum von Alkohol und Nikotin steigt das Risiko für Speiseröhrenkrebs auf das 23-Fache.
- Langjährige Speiseröhrenentzündung durch Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre
- Krebsauslösende Nahrungsbestandteile, zum Beispiel gepökeltes oder geräuchertes Fleisch
- Heiße Getränke
- Laugenverätzungen der Speiseröhre: Eine Entartung ist auch nach vielen Jahren noch möglich.
- Mangelernährung, fehlende Aufnahme von Obst und Gemüse
- Achalasie, die mangelnde Öffnung des unteren Speiseröhrenschließmuskels
Divertikel in der Speiseröhre
Ob auch Infektionen mit humanen Papilloma-Viren (HPV) ein Ösophaguskarzinom auslösen können, ist noch nicht eindeutig geklärt.
- Seite 1: Was ist Speiseröhrenkrebs?
- Seite 2: Welche Symptome verursacht Speiseröhrenkrebs?
- Seite 3: Wie wird Speiseröhrenkrebs behandelt?
- Seite 4: Was ist bei der Nachsorge zu beachten?
Autor: Dr. med. Martina Modrack; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 19.06.11
Quelle: Becker, H.D.: Chirurgische Onkologie
. Thieme, 2001; Hahn, E.G.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, 3. Auflage, 2000; Internetauftritt der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (2007): www.krebsgesellschaft.de (Stand 11.10.2007); Malthaner, R.A.; Collin, S.; Fenlon, D.: Preoperative chemotherapy for resectable thoracic esophageal cancer. In: Cochrane Database of Systematic Reviews Issue 3, 2006, Art. No.: CD001556; Deutsche Krebshilfe: Krebs der Speiseröhre, 2/2011 (www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/013_speiseroehre.pdf); Tumorzentrum München: Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge – Gastrointestinale Tumoren, 2010. W. Zuckschwerdt Verlag (www.tumorzentrum-muenchen.de/fileadmin/manuale/972_Manual_Gastrointestinale_Tumoren_WEB.pdf); Sendler A, et al.: Ösophaguskarzinom; Gastroenterologe 2008;3:509-518; Lordick F, Lorenzen S: Systemtherapie des Ösophagus-CA und Stellenwert zielgerichteter Substanzen. Onkologe 2010;16:515-520.

