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Was ist eine Sprachentwicklungsverzögerung?

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Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn sich zeitliche Differenzen zur normalen Sprachentwicklung ergeben. Die Bandbreite der normalen Sprachentwicklung ist sehr groß, Sprachentwicklungsverzögerungen sind daher nicht immer leicht zu erkennen.

Welche Voraussetzungen sind für eine normale Sprachentwicklung notwendig?

Der normale Spracherwerb beginnt im Säuglingsalter und endet ungefähr mit Beginn des Schulalters. Er verläuft oft sehr unterschiedlich, hängt von verschiedenen äußeren Faktoren, zum Beispiel von einer zweisprachigen Erziehung oder vom sozialen Status der Eltern, und vom eigenen Lerntempo des Kindes, ab.

 

Notwendig für eine normale Sprachentwicklung sind ein uneingeschränktes Hörvermögen, ausreichende geistige Fähigkeiten und soziale Kontakte des Kindes. Für das aktive Sprechen sind darüber hinaus der richtige Bewegungsablauf und das ungestörte Zusammenspiel vieler großer und kleiner Muskeln im Rumpf-, Hals- und Mundbereich notwendig.

 

Gibt es markante Eckdaten in der normalen Sprachentwicklung?

Obwohl die Sprachentwicklung individuell sehr unterschiedlich verläuft und von vielen Faktoren abhängt, lassen sich markante Eckdaten beziehungsweise Grenzsteine in diesem Prozess erkennen. So bilden Säuglinge ab dem sechsten Lebensmonat zum Beispiel Laute nach und zeigen starke Reaktionen auf ihre Umwelt. Bis zum ersten Geburtstag versteht das Kind Wörter und wiederholt sie.

 

Mit eineinhalb Jahren sollten die Kinder über einen Wortschatz von etwa 15 bis 18 Wörtern verfügen, der sich bis zum Beginn des dritten Lebensjahrs auf ungefähr 350 ausweitet. Bis zum vierten und ab dem sechsten Lebensjahr wächst der Wortschatz auf circa 1.500 beziehungsweise über 4.000 Wörter an.

 

Einwortsätze sollten Kinder bis zum zweiten Lebensjahr formulieren können, bis zum dritten Lebensjahr sprechen sie Zwei- und Dreiwortsätze.

Autor: Kerstin Szielasko; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 06.10.11

Quelle: Michaelis, R.: Entwicklungsneurologie und Neuropädiatrie. Hippokrates (1995); Straßburg, H.M.: Entwicklungsstörungen bei Kindern. Gustav Fischer Verlag (1997); Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (01.11.2007): Sprachentwicklungsstörung / Sprachentwicklungsverzögerung. http://www.uke.uni-hamburg.de/kliniken/phoniatrie/index_17089.php (Stand 20.07.2011); Speer., C.P.; Gahr, M.: Pädiatrie. 2. Aufl. Heidelberg: Springer, 2005; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie: Umschriebene Entwicklungsstörungen der Sprache, November 2006 (/www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-016_S1_Umschriebene_Entwicklungsstoerungen_der_Sprache__F80.1__F80.2__11-2006_11-2011.pdf).

 
 
 

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