Wie wird Tetanus ausgelöst?

Tetanus beziehungsweise Wundstarrkrampf wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Dieses Bakterium ist auf der ganzen Welt verbreitet und kommt in Erde, Staub und häufig auch in Pferdemist vor.

 

Das Bakterium kann prinzipiell in jede Wunde eindringen, besonders leicht jedoch in tiefe, verschmutzte Wunden, zum Beispiel offene Quetschungen oder Brandwunden. Dort vermehrt es sich und bildet Giftstoffe, die an den Nerven entlang zum Rückenmark sowie ins Gehirn wandern und dort die Muskelkontrolle behindern.

 

Durch entsprechende Impfungen ist Tetanus in der westlichen Welt heute selten geworden. Weltweit sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich aber noch über eine Million Menschen an der gefährlichen Krankheit. Vor allem in den Entwicklungsländern sterben viele Neugeborene am sogenannten neonatalen Tetanus, der durch die Nabelschnur übertragen wird.

 

Welches Krankheitsbild entsteht durch Tetanus?

Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt im Durchschnitt zwei Wochen. Die Wunde selbst erscheint dabei immer unauffällig. Schließlich beginnt die Erkrankung meist mit einem seltsamen oder unangenehmen Gefühl im Wundbereich, einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Unruhe. Schreckhaftigkeit, Schweißausbrüche und Krämpfe der Muskulatur treten auf.

 

Die Kau- und Gesichtsmuskulatur ist betroffen: Die Patienten bekommen einen unnatürlichen Gesichtsausdruck zwischen Grinsen und Weinen. Auch die übrige Muskulatur kann krampfen. Der Rücken wird massiv überstreckt und der Patient liegt nur noch mit Hinterkopf und Ferse auf.

 

Die Krämpfe können durch äußere Reize verstärkt werden und so stark sein, dass es vor allem im Bereich der Wirbelsäule zu Knochenbrüchen kommt. Der Patient ist die ganze Zeit über bei vollem Bewusstsein.

 

Schließlich kommt es zu Störungen der Atemmuskulatur, des Herzrhythmus und der Nierenfunktion. Die Körpertemperatur steigt stark. Das Krankheitsbild ist so schwer, dass trotz moderner Intensivtherapie bis zu 50 Prozent der Betroffenen versterben.

 

Der neonatale Tetanus äußert sich bei Kindern zum Beispiel durch Trinkschwäche und Schreckhaftigkeit.

 

Wie kann man Tetanus feststellen?

Insbesondere wenn keine Impfung durchgeführt wurde und nach einer Verletzung die oben geschilderten Beschwerden auftreten, muss eine Tetanuserkrankung befürchtet werden. Bestätigt wird der Verdacht, indem man das Toxin (Gift) des Bakteriums aus dem Wundmaterial nachweist.

 

Kann man Tetanus behandeln?

Ist ein Mensch an Tetanus erkrankt, muss er so schnell wie möglich auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht werden und entsprechende Medikamente - unter anderem Antikörper gegen das Bakterium - verabreicht bekommen. Besonders wichtig ist eine chirurgische Behandlung der Wunde.

 

Je kürzer die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, desto schlechter sind die Überlebenschancen. Besonders gefährlich sind die Tage eins bis fünf nach Krankheitsbeginn, in dieser Zeit ist die Zahl der Todesfälle am höchsten.

 

Wie kann man sich vor Tetanus schützen?

Da man Verletzungen niemals ganz sicher vermeiden kann, ist die Impfung der einzig sichere Schutz vor Tetanus. Die Impfung wird als Kombinationsimpfstoff für Säuglinge empfohlen.

 

Die weiteren Auffrischimpfungen sind lebenslang alle zehn Jahre notwendig. Geimpft wird mit einem Toxoid, das heißt mit dem unschädlich gemachten Gift des Bakteriums. Der Impfschutz sollte immer im Impfpass dokumentiert werden.

 

Was kann man tun, wenn man eine Verletzung hat, aber keinen Impfschutz?

Hat man sich verletzt, sollte man einen Arzt aufsuchen und den Impfpass mit sich führen. Der Arzt reinigt die Wunde, holt gegebenenfalls die fehlende Impfung nach oder frischt den vorhandenen Impfschutz auf.