Die Tollwut, auch Rabies oder Lyssa genannt, ist eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit, die durch Lyssaviren (Familie: Rhabdoviren) verursacht wird. Überträger dieser Viren sind Tiere, in deren Speichel sich die Viren befinden.
Wie bekommt man die Tollwut?
Die Übertragung von Lyssaviren auf den Menschen erfolgt in der Regel durch den Biss eines infizierten Tieres. Überträger sind vor allem Füchse, Fledermäuse und andere wild lebende Tiere wie Dachse, Marder und Rehe. Auch Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Hunde und Katzen können die Erreger der Tollwut übertragen. Eine Infektion ist gelegentlich auch über Hautverletzungen oder direkten Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Tieres möglich.
Wann bricht die Erkrankung aus?
Die Zeit zwischen dem ersten Kontakt mit dem Virus und dem Beginn der Erkrankung (Inkubationszeit) ist abhängig vom Eintrittsort des Erregers, also häufig der Bissstelle. In der Regel beträgt die Inkubationszeit drei bis acht Wochen, selten kürzer als neun Tage und in Einzelfällen mehrere Jahre. Liegt die Bissstelle in der Nähe des Kopfes, ist die Inkubationszeit meist kürzer als drei Wochen.
Wie breitet sich das Tollwutvirus aus?
Zunächst vermehrt sich das Virus in der Wunde, dann wandert es über die Nervenbahnen ins Rückenmark und ins Gehirn, wo es sich weiter vermehrt.
Nicht immer kommt es zur Ansteckung
Die Ansteckungsgefahr ist grundsätzlich gering. Bei mehreren tiefen Bisswunden im Gesicht liegt das Risiko, an Tollwut zu erkranken, bei bis zu 60 Prozent, während es bei oberflächlichen Bissverletzungen im Gesicht nur bis zu zehn Prozent beträgt. Oberflächliche Bissverletzungen an der Hand sind mit einem fünfprozentigen Erkrankungsrisiko verbunden.
Wie häufig ist die Erkrankung?
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jedes Jahr mehr als 55.000 Menschen an Tollwut, wobei die Experten von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen. Deutschland und einige andere europäische Länder sind nahezu frei von Tollwut, besonders gefährdete Gebiete sind Asien, Afrika und Osteuropa.
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Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 06.06.11
Quelle: Hasse, F.M.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer (3. Auflage 2002); Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003)/ Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. (DGPI) (Hrsg.): Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Futuramed, 4. Auflage, 2003, Futuramed; Robert-Koch-Institut:RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten Merkblätter für Ärzte: Tollwut. August 2010 (www.rki.de/cln_144/nn_504562/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Tollwut.html); Weltgesundheitsorganisation (WHO): Fact Sheet Number 99: Rabies, September 2009. (www.who.int/mediacentre/factsheets/fs099/en/index.html); Robert-Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 8/2011 (www.rki.de/cln_144/nn_504562/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2011/08__11,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/08_11.pdf).

