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Was ist Toxoplasmose?

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Die Toxoplasmose ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten (Toxoplasma gondii) hervorgerufen wird. In der Regel ist die Krankheit harmlos, und die meisten Infektionen verlaufen ohne jegliche Krankheitszeichen. Gefährlich sind Infektionen mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft, da sie das ungeborene Kind schädigen können. Auch für Menschen mit einer geschwächten körpereigenen Abwehr ist die Krankheit bedrohlich.

Die erstmalige Toxoplasmose-Infektion eines Erwachsenen verursacht normalerweise keine Beschwerden, sodass sie auch in der Schwanger­schaft meistens unbemerkt bleibt. Vereinzelt treten Lymphknotenschwellungen (besonders am Hals), Fieber, grippeähnliche Symptome und Kopfschmerzen auf. Äußerst selten entwickelt sich eine Gehirnentzündung oder eine Entzündung am Auge.

 

Wann kann eine Infektion gefährlich werden?

Gefährlich ist vor allem die Erst-Infektion in der Schwangerschaft, da der Erreger über die Nabelschnur in den kindlichen Organismus gelangen kann. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu schweren Schäden des Kindes und zu Früh- und Totgeburten führen.

 

Allerdings gehen nur etwa 30 bis 40 Prozent der Infektionen von der Mutter auf das Ungeborene über. In vier bis zehn Prozent dieser Fälle kommt es zu der gefürchteten angeborenen Toxoplasmose mit vielfältigen Missbildungen des Säuglings. Hierzu gehören eine Gehirnentzündung mit Wasserkopf (Hydrozephalus), Augenentzündungen und Verkalkungen im Gehirn, eine Vergrößerung von Leber und Milz, Gelbsucht, Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung und eine geistige Behinderung.

 

Auch für abwehrgeschwächte Menschen birgt die Infektion große Risiken. Vor allem für Patienten, die eine Behandlung erhalten, die die Immunabwehr unterdrückt (zum Beispiel Chemotherapie bei Krebs) sowie für AIDS Glossar-Symbol-Kranke kann die Toxoplasmose lebensbedrohlich werden. Es kann zu einer Gehirnentzündung (Hirntoxoplasmose) und dem Befall anderer Organe wie Herz, Leber oder Milz kommen. Unbehandelt kann die Toxoplasmose bei diesen Patienten innerhalb von wenigen Wochen tödlich verlaufen.

 

Wie kann man sich anstecken?

Der Erreger der Toxoplasmose vermehrt sich in den Zellen von Mäusen, Rindern, Schafen, Schweinen und Menschen und bildet dort infektiöse Zysten in der Muskulatur und in anderen Organen. Endwirt sind Katzen, die diese infektiösen Zysten (Oozysten) mit dem Kot ausscheiden. Die Zysten können Dauerstadien (Bradyzoiten) bilden, die viele Jahre lebensfähig sind und im Gehirn, im Auge und in der Muskulatur vorkommen.

 

Infektionswege für den Menschen sind:

 

  • Der Genuss von rohem oder nicht ausreichend durchgebratetenem Fleisch infizierter Tiere. Mett und Schweinefleisch sind beispielsweise zu 25 Prozent mit Zysten infiziert.
  • Der Genuss von Nahrungsmitteln, die mit infektiösen Zysten kontaminiert sind (ungewaschenes Obst, Gemüse).
  • Aufnahme kontaminierter Erde (zum Beispiel bei der Gartenarbeit).
  • Der Kontakt mit erregerhaltigem Katzenkot, beispielsweise beim Reinigen des Katzenklos.

     

Die meisten Menschen wissen nicht, ob sie an einer Toxoplasmose erkrankt waren und womöglich durch Antikörperbildung vor einer weiteren Infektion geschützt sind. Im Alter von 40 Jahren hat jeder zweite Mensch Antikörper Glossar-Symbol gegen Toxoplasma gondii.

 

Wie kann man sich vor einer Infektion in schützen?

Den besten Schutz vor Toxoplasmose bildet eine durchgemachte Erkrankung, da sich Antikörper gegen den Erreger bilden, die ein Leben lang im Organismus bleiben.

 

Schwangere und abwehrgeschwächte Patienten, die keine schützenden Antikörper besitzen, sollten sich durch folgende Maßnahmen vor einer Infektion schützen:

 

  • Verzicht auf den Verzehr von rohem oder ungenügend gebratenem Fleisch, also zum Beispiel rohes Mett oder Tartar. (Erhitzen mit einer Kerntemperatur von mindestens 50°C für mindestens 20 Minuten tötet den Erreger ab.)
  • Rohes Fleisch nur mit Handschuhen bearbeiten.
  • Gemüse und Obst vor dem Verzehr gut waschen.
  • Engen Kontakt zu Katzen und zu Katzenkot vermeiden.
  • Gartenarbeit nur mit Handschuhen durchführen.  

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 09.06.11

Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2004; Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme Verlag, 2000; Robert-Koch-Institut (Juni 2009): Toxoplasmose. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten Merkblätter für Ärzte (/www.rki.de/cln_144/nn_504566/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Toxoplasmose.html); Groß U et al. Toxoplasmose und Schwangerschaft. Gynäkologe 2009;42:793–798.

 
 
 

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