Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: T . > Trigeminusneuralgie

Inhaltsbereich

Was ist die Trigeminusneuralgie?

Artikel vorlesen
 

Die Trigeminusneuralgie äußert sich durch blitzartig einschießende, extrem starke, elektrisierende und stechende Schmerzen im Gesicht. Sie sind meist auf eine Gesichtshälfte beschränkt. Die Attacken halten typischerweise Sekunden, selten länger an.

Der Trigeminusnerv ist für die Gefühlsempfindungen an der Gesichtshaut verantwortlich. Es gibt zwei Trigeminusnerven: einen linken und einen rechten. Bei der Trigeminusneuralgie schmerzt meist einer der beiden, oft der rechte. Selten, in etwa drei bis fünf Prozent der Fälle, sind beide Seiten betroffen.

 

Die Erkrankung kommt in der Regel erst nach dem 40. Lebensjahr vor und betrifft Frauen häufiger als Männer. Unter 100.000 Menschen erkranken jährlich etwa sechs Frauen sowie drei Männer neu an einer Trigeminusneuralgie.

 

Welche Beschwerden macht eine Trigeminusneuralgie?

Bei der Trigeminusneuralgie treten auf eine Gesichtshälfte beschränkt plötzlich starke Schmerzen auf. Sie halten oft nur Sekunden bis maximal zwei Minuten an und verschwinden dann wieder. Betroffene beschreiben ihre Schmerzen als stechend oder "wie ein Blitz" einschießend. Die Schmerzattacken können bis zu mehrere hundert Mal am Tag auftreten.

 

Typisch für die Trigeminusneuralgie ist die Auslösung von Schmerzattacken durch sogenannte Triggermechanismen. So kann ein leichter Windstoß, eine Berührung am Kiefer oder Wange, Kauen oder Zähneputzen zu einer Schmerzattacke führen.

 

Am häufigsten treten die Schmerzen im Bereich des Ober- oder Unterkiefers mit Ausstrahlung in die Wange oder in das Kinn auf, sodass man zunächst glauben könnte, dass die Zähne die Beschwerden verursachen. Die Schmerzen können von krampfartigem Zusammenziehen der Gesichtsmuskulatur, sogenannten Tics, begleitet sein. Nach dem Schmerzanfall treten mitunter Rötungen an der betroffenen Stelle auf, daneben sind Tränen- und Speichelfluss sowie Nasenlaufen möglich.

 

Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Als Folge der intensiven, immer wieder auftretenden Schmerzen ist die Lebensqualität der Betroffenen mitunter sehr stark beeinträchtigt: Essen, Sprechen und Waschen können so schmerzhaft werden, dass Patienten darauf verzichten wollen. Dies und andere Faktoren führen dazu, dass Menschen mit einer Trigeminusneuralgie unter Umständen zusätzlich eine schwere Depression entwickeln.  

Seite 1/3
vorherige Seite nächste Seite

Autor: Dr. med. Vera Wittenberg, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 25.05.11

Quelle: Diener, H.C.: Das Schmerztherapiebuch. Urban & Schwarzenberg (1997); Schockenhoff, B.: Spezielle Schmerztherapie: Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer. 1. Auflage Urban & Fischer Verlag (1999); Zenz, M.: Lehrbuch der Schmerztherapie: Grundlagen, Theorie und Praxis für Aus- und Weiterbildung · WVG (1993); Leitlinien AWMF Neurologie, zuletzt überarbeitet März 2001; Leitlinien AWMF Neurochirurgie, zuletzt überarbeitet Januar 1999; Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Februar 2005): Leitlinie Trigeminusneuralgie. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-016_S1_Trigeminusneuralgie_10-2008_10-2013.pdf (Stand 10/2008); Poeck, K.; Hacke, W.: Neurologie. 12. Auflage: Heidelberg: Springer 2006

 
 
 

Impressum und Hilfe