Das Trommelfell ist ein ovales, etwa 0,1 Millimeter dickes Bindegewebshäutchen, das den äußeren Gehörgang vom Innenohr trennt. Das Trommelfell hat zwei wesentliche Aufgaben: Zum einen verschließt es das Mittelohr nach außen und schützt so die empfindlichen Gehörknöchelchen vor Infektionen und Beschädigung. Zum anderen überträgt es den Schall von außen in das Innenohr.
Wie entstehen Trommelfellverletzungen?
Verletzungen des Trommelfells entstehen meist durch äußere Einwirkungen wie eine kräftige Ohrfeige, einen Kopfsprung ins Wasser oder durch in den Gehörgang eingeführte spitze Gegenstände. Auch Infektionen des Mittelohrs, sehr starker Lärm, zum Beispiel ein Pistolenknall, oder auch zu schnelle Druckveränderungen beim Tauchen können das Trommelfell schädigen.
Wie kann man sich vor Trommelfellverletzungen schützen?
Im empfindlichen Gehörgang sollte nicht mit spitzen Gegenständen hantiert werden. Auch Wattestäbchen sind zur Reinigung des Gehörganges nicht geeignet. Das dort anfallende Ohrenschmalz sollte ein Arzt bei Bedarf herausholen. Er kann das Ohr mit Wasser spülen oder bestimmte Mittel einsetzen, die das Ohrenschmalz auflösen. Beim Umgang mit Knallkörpern und Waffen sowie bei Sprengarbeiten kann ein Gehörschutz Trommelfellverletzungen verhindern.
Wer unter Ohrenschmerzen leidet, sollte sofort den Arzt aufsuchen, denn wenn eine Mittelohrentzündung über längere Zeit unbehandelt bleibt, können Schäden im Innenohr und am Trommelfell auftreten.
Welche Beschwerden entstehen durch Trommelfellverletzungen?
Verletzungen des Trommelfells durch äußere Gewalteinwirkung wie ein lauter Knall oder Einstiche verursachen einen stechenden Schmerz, unmittelbar im Anschluss verschlechtert sich das Hörvermögen. Eventuell rinnt auch etwas Blut aus dem Gehörgang. Wurde das Innenohr in Mitleidenschaft gezogen, treten zusätzlich Schwindel und Ohrensausen auf.
Es besteht die Gefahr, dass Bakterien in das nun ungeschützte Mittelohr eindringen und sich dort vermehren. Einige Tage nach der Verletzung nehmen in diesem Fall die Ohrenschmerzen zu und Eiter rinnt aus dem Ohr.
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Autor: Jochen Niehaus; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 11.06.11
Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Auflage, Thieme, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 2000 + 2007.

