Eine Pilzinfektion der Scheide (Vaginalmykose) ist eine Entzündung der Scheide und/oder des Scheideneingangs. Die Erreger sind überwiegend Hefepilze, insbesondere der Gattung Candida albicans. Deshalb bezeichnet man die Erkrankung auch als Vulvovaginalkandidose.
Bei circa 20 bis 30 Prozent der gesunden, nicht schwangeren Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter ist die Scheide mit Candida besiedelt, ohne dass Beschwerden auftreten. Man schätzt, dass drei Viertel aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben an einer solchen Pilzinfektion erkranken. Von diesen leiden wiederum bis zu zehn Prozent an einer chronisch wiederkehrenden Pilzinfektion mit mindestens vier Infektionen innerhalb eines Jahres.
Wie entsteht eine Pilzinfektion der Scheide?
Die Scheide ist normalerweise mit einer hohen Anzahl von Milchsäurebakterien (Laktobazillen, Döderlein-Bakterien) besiedelt. Diese sorgen dafür, dass ein saures Milieu in der Scheide herrscht. Sie schaffen damit ein erregerfeindliches Milieu, sind also von Bedeutung für die lokale Infektabwehr. Die Laktobazillenbesiedlung wird durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen gefördert.
Die Kolonisation der Scheide mit Hefepilzen ist an sich unproblematisch, erst wenn sich der Pilz durch eine Schwächung der örtlichen Immunabwehr oder eine Störung der Normalflora ausbreiten kann, kommt es zum typischen Beschwerdebild.
Folgende Faktoren können eine Kandidose begünstigen:
- Behandlung mit Breitbandantibiotika
- Erkrankungen/Zustände, die das Immunsystem schwächen (AIDS, Leukämie, Chemotherapie, Medikamente, die die körpereigene Abwehr unterdrücken, zum Beispiel Kortison)
- Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus)
- Anti-Baby-Pille (vor allem gestagenreiche Pillen)
- Schwangerschaft
Falsche oder übertriebene Intim-Hygiene
Wie äußert sich eine Pilzinfektion der Scheide?
Als Hauptbeschwerden einer Scheidenpilzinfektion nennen die betroffenen Frauen leichten bis unerträglichen Juckreiz der Scheide (außen und/oder innen) und Brennen. Diese Beschwerden können unmittelbar vor der Menstruation verstärkt sein.
Bei ausgeprägter Infektion kommt es zu einer deutlichen Rötung und Schwellung. Abwischbare weißliche Beläge sowie ein veränderter Ausfluss (zum Beispiel dünnflüssig oder krümelig weiß) sind typisch. Ist die Harnröhre mitbetroffen, kann das Wasserlassen schmerzhaft sein.
Welche Folgen hat eine Pilzinfektion der Scheide?
Bei nicht schwangeren Frauen gilt, dass eine Scheideninfektion mit Pilzen nicht gefährlich ist. Manchmal verschwindet die Infektion unbehandelt nach einiger Zeit sogar von alleine.
Bei schwangeren Frauen ist eine Pilzinfektion jedoch ernst zu nehmen, denn es besteht die Gefahr, dass sich das Neugeborene ebenfalls mit Pilzen infiziert, zum Beispiel im Mund und in der Windelregion. Deshalb gibt es die Empfehlung, dass Frauen mit einer Candida-Infektion in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft eine Behandlung mit Antimykotika erhalten sollten, auch wenn sie keine Symptome haben.
Welche Untersuchungen sind erforderlich?
Aus den berichteten Symptomen und der gynäkologischen Untersuchung kann der Frauenarzt schon in der Hälfte der Fälle auf die Diagnose Scheidenpilzinfektion schließen.
Weitere 30 bis 40 Prozent der Diagnosen kann er nach Betrachtung des Ausflusses unter dem Mikroskop stellen. Allerdings sind nur etwa bei drei von vier Infektionen auch Pilze unter dem Mikroskop zu erkennen.
Um sicher beurteilen zu können, welche Erreger die Infektion verursacht haben, kann der Arzt eine Kultur anlegen. Treten Scheidenpilzinfektionen mehr als viermal pro Jahr auf, sollte ein Erregernachweis mithilfe einer Pilzkultur und eine Abklärung eventueller Allgemeinerkrankungen (zum Beispiel Diabetes) erfolgen.
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- Seite 2: Wie wird eine Pilzinfektion der Scheide behandelt?
Autor: Dr. med. Susanne Classen; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 23.09.11
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