Eine Verbrennung ist eine Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes durch hohe Temperaturen. Je höher die Temperatur ist, und je länger sie auf die Haut einwirkt, umso größer ist der Defekt im Gewebe.
Nach der Tiefenausdehnung in den Hautschichten werden Verbrennungen in verschiedene Schweregrade unterteilt. Man unterscheidet drei Schweregrade:
- Verbrennungen ersten Grades gehen mit einer Rötung, Schwellung und Schmerzen einher. In diesem Stadium ist nur die obere Hautschicht geschädigt. Es ist eine vollständige Heilung ohne Narbenbildung möglich.
- Bei Verbrennungen zweiten Grades löst sich die obere Hautschicht durch den Hitzeschaden von der darunter liegenden Lederhaut ab. Zwischen diesen Schichten kann sich Gewebswasser ablagern, wodurch es zur Blasenbildung kommt. Die Haut ist teilweise zerstört. Bei tieferen zweitgradigen Verbrennungen ist eine Narbenbildung möglich. Das Gefühlsempfinden (Sensibilität) ist nicht eingeschränkt, deshalb ist eine Verbrennung in diesem Stadium auch immer schmerzhaft.
- Im dritten Stadium der Verbrennung ist die Haut bis auf die Unterhaut völlig zerstört. Das Schmerzempfinden ist nicht mehr vorhanden, da die schmerzempfindlichen Sinneskörperchen in der Haut mitzerstört wurden. Die Heilung kann hier nur noch unter Narbenbildung erfolgen. Da keine Blutzufuhr mehr besteht, ist verbranntes Gewebe im Stadium drei blass oder verkohlt, aber nicht gerötet.
Welche möglichen Folgen einer Verbrennung können auftreten?
Nach einer Verbrennung reagiert der gesamte Körper auf die schwere Gewebeschädigung mit der Freisetzung von Botenstoffen, die verschiedene Prozesse im Körper in Gang setzen. Dieser Zustand wird als Verbrennungskrankheit bezeichnet. Dabei kommt es zu komplexen Funktions- und Regulationsstörungen verschiedener, von der Verbrennung primär nicht betroffener innerer Organe. Außerdem entsteht ein starker Flüssigkeitsverlust im Gewebe, der einen Schock auslösen kann. Dieser Volumenmangelschock ist lebensgefährlich.
Weiterhin kann es zu Infektionen der Wundfläche kommen, die einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Heilung nehmen. Tiefe Verbrennungen oder Verbrennungen in Gelenknähe führen häufig zu Kontrakturen (unwillkürliche Dauerverkürzung bestimmter Muskeln bzw. Muskelgruppen mit dem Effekt einer anhaltenden Gelenkzwangsstellung) der betroffenen Körperpartien.
Was sind häufige Ursachen für eine Verbrennung?
Die häufigste Ursache für einen Hitzeschaden der Haut im Haushalt sind Verbrühungen mit heißem oder kochendem Wasser oder anderen Flüssigkeiten. Vor allem Kleinkinder sind gefährdet.
Kleine Verbrennungen entstehen oft durch direkte Berührung von heißen Gegenständen, zum Beispiel Herdplatten oder Bügeleisen. Großflächige Verbrennungen geringeren Grades treten durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen auf. Auch therapeutisch eingesetzte Röntgenstrahlung, zum Beispiel bei einem Tumorleiden, kann zu Verbrennungen führen. Das direkte Einwirken von Flammen auf die Haut, zum Beispiel beim Umgang mit Grill-Anzündern (Spiritus), führt ebenfalls zu Verbrennungen. Auch durch elektrischen Strom kann so starke Hitze entstehen, dass es zu einer Verbrennung kommt. Heiße Dämpfe können ebenfalls zu einer Schädigung der Haut führen.
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Autor: Christoph Klimsa; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 11.06.11
Quelle: Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin. Urban & Schwarzenberg Verlag, 3. Auflage; Sefrin, P.: Notfalltherapie. Urban und Fischer Verlag, 6. Auflage, 1998 / Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie Klinikum der FSU Jena: Verbrennungen/Verbrühungen; S. Illing S.: Klinikleitfaden Pädiatrie. 6. Auflage 2003, Urban und Fischer Verlag, 6. Auflage 2003; Lentze, M.J.: Pädiatrie Grundlagen und Praxis. 2.Auflage 2003, Springer Verlag, 2.Auflage 2003; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Thermische Verletzungen im Kindesalter (Verbrennung, Verbrühung), Januar 2009 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-128_S2k_Thermische_Verletzungen_im_Kindesalter__Verbrennung__Verbruehung__01-2009_12-2011.pdf); Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e. V.: Leitlinien für Thermisch / Chemische Verletzungen, Januar 2010 (www.verbrennungsmedizin.de/leitlinien-verletzungen.php).

