Trauer ist eine normale Reaktion etwa auf den schwerwiegenden Verlust eines geliebten Menschen. Sie ist von großer Gedrücktheit, Freudlosigkeit, Mutlosigkeit und depressiven Verstimmungen begleitet.
Wie Trauer erlebt und nach außen getragen wird, hängt entscheidend von der Kultur ab und ist häufig auch religiös geprägt. Das Erleben einer großen Bandbreite an Gefühlen von Verzweiflung, Wut oder sogar Gefühllosigkeit ist individuell verschieden und kann unterschiedlich lange andauern. Trauer ist zunächst keine krankhafte Störung. Oft hilft dem Betroffenen schon ein mitfühlendes und partnerschaftliches Gespräch.
Wenn nach dem auslösenden Ereignis eine Trauerreaktion sehr lange fortbesteht und in der Stärke der Belastung deutlich von einer normalen Trauer abweicht, kann es sich um eine behandlungsbedürftige Störung handeln. Bei abnormen Trauerreaktionen geht man davon aus, dass der Betreffende unfähig ist, die verschiedenen Phasen eines normalen Trauerprozesses zu durchlaufen.
Um die schwierige Unterscheidung zwischen normal verlaufender Trauer und pathologischer Trauer verstehen zu können, wird im Folgenden zunächst der übliche Trauerverlauf dargestellt.
Autor: Dagmar Wittenbrink de Lozada; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 17.08.11
Quelle: Bowlby, J.: Verlust - Trauer und Depression. Fischer Taschenbuch Verlag (1991); Bron, B.: Pathologische Trauerreaktion nach Verlust einer nahestehenden Person bei endogenen und neurotisch-reaktiven Depression im höheren Lebensalter. In J. Howe (Herausgeber) Trauer - ontologische Konfrontation. Enke (1991); Deutsches Ärzteblatt für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PP) 4, September 2005 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/heftinhalt.asp?heftid=2569), PP 5, Mai 2006 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/heftinhalt.asp?heftid=2624)

