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Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine Form der Grippe, die von Grippeviren hervorgerufen wird, die normalerweise nur in Vogelbeständen, jedoch nicht beim Menschen vorkommen. Erkrankungen von Menschen sind bisher selten. Die Vogelgrippe muss sowohl von der gewöhnlichen (saisonalen) Grippe als auch von der sogenannten Neuen Grippe unterschieden werden. Schwere Formen der Vogelgrippe bei Vögeln werden auch als Geflügelpest bezeichnet.

Infektionen durch Grippeviren sind unter Vögeln, insbesondere Wasservögeln weit verbreitet. Die Tiere bilden ein natürliches Virusreservoir von hoher genetischer Vielfalt für Influenzaviren. Zumeist verlaufen die Erkrankungen bei Vögeln sehr leicht oder gänzlich ohne Symptome. Aus Grippeviren der Subtypen H5 und H7 können sich jedoch auch stark krankheitsauslösende (hochpathogene) aviäre Influenzaviren entwickeln, die zu schweren Schäden an den Tierbeständen führen. Ein Großteil des infizierten Geflügels verendet an dieser "Geflügelpest". In Europa traten infizierte Tierbestände seit 2005 in Russland, Rumänien, der Ukraine, Kroatien, der Türkei, Zypern, Bulgarien, Griechenland, Italien, Deutschland und Frankreich auf. Die Verluste bei Haus- und Wirtschaftsgeflügel übersteigen 200 Millionen Tiere.

 

Säugetiere können auf natürlichem Weg (Großkatzen, Katzen und Schweine) oder experimentell (Mäuse, Frettchen) mit Vogelgrippeviren infiziert werden. Für die Übertragung der Krankheit spielen sie aber bislang keine Rolle.

 

Vogelgrippe beim Menschen

In den letzten Jahren wurde wiederholt beobachtet, dass die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren auch bei Menschen Erkrankungen hervorrufen. Menschen können in aller Regel nur sehr schwer durch Vogel-Influenzaviren infiziert werden, da die Oberflächeneigenschaften von aviären Influenzaviren und menschlichen Zellen nicht aufeinander abgestimmt sind. Erkrankungen an Vogelgrippe sind daher bisher praktisch ausschließlich bei sehr engem Kontakt zu infiziertem Geflügel aufgetreten, wie er außerhalb von Geflügelzuchtbetrieben in Europa nicht vorkommt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur in wenigen Einzelfällen und unter speziellen Bedingungen beobachtet.

 

Zwischen Ende 2003 und 2009 wurden von der WHO 442 Fälle von Vogelgrippe beim Menschen registriert, hauptsächlich in Südostasien und Ägypten. Zwei Drittel der Betroffenen verstarben an der Erkrankung.

 

Erste Symptome der Vogelgrippe beim Menschen treten zwei bis fünf Tage nach der Infektion auf. Neben hohem Fieber, Husten und Atemnot sind auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall häufig. Kopf-, Hals- und Muskelbeschwerden, die für die normale Grippe typisch sind, treten nicht immer auf.

 

Gefahr einer Pandemie

Generell gilt, dass der für das Anheften an die Zellen des Wirtes notwendige Anteil des Virus nicht gut an menschliche Zellen angepasst ist. Es besteht aber die Gefahr, dass die Viren durch genetische Veränderungen die Fähigkeit erlangen, sich gut an menschliche Zellen anzuheften. Durch diese Änderung könnte eine effektive Übertragung von Mensch zu Mensch möglich werden und zu einer großflächigen, weltumspannenden Epidemie unter Menschen (einer so genannten Pandemie) führen.

 

Um derartige Veränderungen der Viren frühzeitig zu erkennen, werden weltweit sämtliche Erkrankungen von Menschen an Vogelgrippe erfasst und von Experten ausgewertet. In Deutschland besteht eine Meldepflicht für die Erkrankung.

 

Aktuelle Zahlen zu Erkrankungsfällen können Sie auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abrufen sowie vertiefende Informationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI).

erstellt am 01.03.06; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Phys. Jan Groh am 29.09.11

Quelle: Quelle: Robert Koch-Institut: Influenza (Saisonale Influenza, Neue (pandemische) Influenza A/H1N1, Aviäre Influenza). RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte. (http://www.rki.de/cln_169/nn_1652788/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Influenza.html)

 
 
 

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