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Was versteht man unter Wachstumsstörungen?

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Man spricht von Wachstumsstörungen, wenn das Wachstum eines Kindes von dem für das jeweilige Alter typischen Wachstumsmuster erheblich abweicht.

In der medizinischen Praxis gibt es Standardkurven, sogenannte Perzentilenkurven, die das normale Wachstum der Kinder für den jeweiligen Altersbereich widerspiegeln. Liegt ein Kind zwischen der dritten und 97. Perzentile, hat es ein normales Wachstum. Liegt es außerhalb dieses Bereiches, ist es zu klein oder zu groß im Vergleich zu seinen Altersgenossen.

 

Was ist normales Wachstum?

Wann, wie schnell, und wie viel man wächst, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise von der Größe der Eltern.

 

Das Wachstum eines Kindes wird durch das Zusammenspiel von erblichen Faktoren, Hormonen und Umwelteinflüssen wie Ernährung und Bewegung bestimmt.

 

Jungen sind üblicherweise bis Ende des 18. Lebensjahres und Mädchen bis Ende des 16. Lebensjahres ausgewachsen.

 

Welche Ursachen können Wachstumsstörungen haben?

Primäre Formen

Liegt eine anlagebedingte Störung des wachsenden Gewebes vor, spricht man von einer primären Wachstumsstörung. Dazu gehören Störungen der Erbanlagen, das heißt Chromosomenanomalien wie das Down-Syndrom, das Ullrich-Turner-Syndrom oder das Prader-Willi-Syndrom, einige Knochenstoffwechselstörungen und bereits im Mutterleib erworbene Schäden durch Infektionen (zum Beispiel Röteln), Alkohol oder Nikotin.

 

Sekundäre Formen

Die häufigste Ursache eines Kleinwuchses ist die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung, die als Variante eines normalen Wachstums gilt. Darüber hinaus führen hormonell bedingte Störungen wie ein Mangel oder Überschuss an Wachstumshormonen oder ein Schilddrüsenhormonmangel, aber auch einige chronische Organerkrankungen wie Nierenerkrankungen, Herzfehler, Asthma bronchiale oder die Zöliakie (eine erbliche Darmerkrankung) zu Wachstumsstörungen.

 

Psychosozialer Kleinwuchs

Bei Vernachlässigung oder Fehlernährung eines Kindes kann es ebenfalls zu einem Kleinwuchs kommen. In der Regel wachsen die Kinder nach Konfliktlösung wieder normal.

 

Medikamentenbedingter Kleinwuchs

Vor allem Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, können zu Wachstumsstörungen führen. Dazu zählen neben Glukokortikoiden (Kortison) auch Mittel gegen Krebs (Zytostatika Glossar-Symbol) und Bestrahlung.

Autor: Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Filiz Karakaya am 19.08.11

Quelle: Koletzko, B.: Kinderheilkunde. Springer Verlag, 11. Auflage, 2000; Behrman, R. E.: Nelson Textbook of Pediatrics. Harcourt Verlag, 16. Auflage, 2000 / ; Illing, S., Claßen, M.: Klinikleitfaden Pädiatrie. 6. Auflage 2003, Urban & Fischer; Lentze, M.J.: Pädiatrie Grundlagen und Praxis. 2. Auflage 2003, Springer Verlag

 
 
 

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