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Was sind Warzen und wie entstehen sie?

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Warzen sind gutartige Neubildungen der Haut, die vor allem auf Händen oder Füßen, im Anal- und Genitalbereich sowie auf der Schleimhaut auftreten.

Humane Papillomaviren, abgekürzt HPV, gelten als die häufigsten Warzen verursachenden Erreger. Ärzte unterscheiden über hundert verschiedene HPV-Typen.

 

 

Sie werden durch Hautkontakt oder Schmierinfektionen beim Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei gelangt das Virus über kleine Haut- oder Schleimhautrisse in den Körper. Die Infektion äußert sich in Form einer gutartigen Wucherung der Haut, die häufig spontan selbst abheilt. Abwehrschwächen, Durchblutungsstörungen aufgrund bestimmter Erkrankungen oder eine vorgeschädigte Haut begünstigen die Infektion mit humanen Papillomaviren.

 

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zur Entstehung einer Warze können Wochen bis Monate vergehen. Bestimmte humane Papillomaviren können unter Umständen auch zur Entstehung bösartiger Tumoren, zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, führen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt daher eine Impfung gegen die entsprechenden HPV-Typen für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren.

 

Welche Warzenformen gibt es?

Abhängig vom Virustyp und von der Stelle, an der der Erreger in die Haut eindringt, lassen sich mehrere Warzenarten unterscheiden:

 

Gewöhnliche Warzen

Gewöhnliche Warzen treten meistens an Händen oder Füßen in der Nähe der Nägel, oft auch in großer Zahl, auf. Sie wachsen zu der Größe eines Stecknadelkopfes bis zu der einer Linse heran. Charakteristisch ist ihre zerklüftete, graue Oberfläche.

 

Flache, vor allem bei Jugendlichen vorkommende Warzen

Diese kleinen, meist hautfarbenen Warzen sind nur wenig erhaben und finden sich häufig im Gesicht und am Handrücken bei Kindern. Im Vergleich zu gewöhnlichen Warzen erscheint ihre Oberfläche weit weniger stark verhornt und zerklüftet.

 

Dornwarzen

Diese flachen, verhornten Warzen sind in die Tiefe gewachsene gewöhnliche Warzen, die vor allem an den Druckstellen der Füße entstehen ("eingedrückte gewöhnliche Warzen"). Aufgrund des ständigen Drucks beim Gehen wächst diese Warzenart wie ein Dorn nach innen und kann starke Schmerzen hervorrufen. Charakteristisch für die Dornwarzen sind kleine, dunkle Pünktchen, die durch minimale Blutungen entstehen können. Dornwarzen nennt man auch Plantarwarzen oder Fußsohlenwarzen.

 

Pinselwarzen

Pinselwarzen sind kleine, fadenförmige Wucherungen der Haut. Sie entstehen vor allem im Gesicht an den Augenlidern und im Bereich zwischen Kinn und Mund. Auch ihnen liegt eine Infektion mit HPV zugrunde.

 

Feigwarzen

Feigwarzen breiten sich durch Schmierinfektionen im Genitalbereich aus. Sie können verschiedene Erscheinungsformen haben - etwa stecknadelkopfgroße weißliche, braune oder rötliche gestreute Knötchen (Papeln) oder großflächig blumenkohlartige Wucherungen. Feigwarzen kommen vor allem an Penis, Scheide und Anus vor. Diese Warzenart gilt als eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Meistens lösen die Erreger HPV 6 und 11 die Krankheit aus. Seltener übertragen sich die Keime durch gemeinsames Baden oder gemeinsam benutzte Handtücher.

 

Menschen mit Immunschwäche sind häufiger von Feigwarzen betroffen. Eine möglichst frühe Behandlung kann die weitere Ausbreitung verhindern. Dabei ist es wichtig, dass der Partner mit untersucht wird und gegebenenfalls ebenfalls eine Behandlung erhält.

 

Dellwarzen

Diese Warzen erscheinen als derbe, etwa erbsengroße Papeln mit glatter, meist glänzender Oberfläche. In der Mitte sind sie eingedellt, was ihnen auch ihren Namen verleiht. Dellwarzen können am ganzen Körper, einzeln oder in Gruppen auftreten. Häufig findet man sie in Gelenkbeugen, zum Beispiel im Achselbereich. Auch Dellwarzen bilden sich meistens aufgrund einer Schmierinfektion Glossar-Symbol. Verantwortliche Erreger sind aber nicht HPV, sondern ein Virus der Pockengruppe. Vor allem kleine Kinder, Patienten mit Neurodermitis und Abwehrgeschwächte leiden unter diesem speziellen Warzentyp.

 

Alterswarzen

Alterswarzen sind fettige Wucherungen, die "wie auf die Haut aufgesteckt" wirken. Sie besitzen eine hellbraune bis braun-schwarze Färbung, sind linsen- bis bohnengroß, rundlich oval und treten meist ab dem 50. Lebensjahr auf. Sie verursachen manchmal Juckreiz, in der Regel aber keine Beschwerden. Sie sind gutartige Hautwucherungen. Im Unterschied zu den anderen dargestellten Warzenarten entstehen Alterswarzen nicht durch Virusinfektion und sind auch nicht ansteckend. 

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Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Chemikerin Claudia Urban, Medizin- und Wissenschaftsjournalistin (MA) am 30.03.11

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (01.08.2008): Leitlinie Anale Feigwarzen. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/081-008_S1_Anale_Feigwarzen_08-2008_07-2012.pdf (Stand 30.03.2011); Dieckmann, D. (2002): Seborrhoische Keratosen. Patienteninformation. www.hautklinik.uk-erlangen.de/e1662/e1891/e1974/inhalt62/seborrhoische_keratosen_ger.pdf (Stand 30.03.2011); Dirschka, T.: Klinikleitfaden Dermatologie. 2. Aufl. Urban & Fischer, 2002; Fath, R.: Virale und bakterielle Hautinfektionen. Bläschen und Warzen sind auch beim Hausarzt in guten Händen. In: MMW-Fortschritte der Medizin (12) 2007, S. 10-14; Jung, E. G.: Dermatologie. MLP Duale Reihe. 5. Aufl. Thieme, 2002; Kröner, C.; Koletzko, B.: Pädiatrische Dermatologie. In: Springer-Lehrbuch Basiswissen Pädiatrie. Springer, 2010, S. 364; Schnopp, C.: Warzen und Mollusken im Kindesalter. Therapieerfolge mäßig, Rezidivraten hoch. In: Hautnah Dermatologie (1) 2011, S. 21-27; Scholze, I.; Hamm, H. (2010): Viruswarzen – Kein Hexenwerk. www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33415 (Stand 30.03.2011); STIKO-Empfehlung, Robert-Koch-Institut 26.03.2007

 
 
 

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