Das West-Nil-Fieber ist eine durch das West-Nil-Virus hervorgerufene Infektionskrankheit, die bevorzugt in tropischen und subtropischen Regionen der Erde vorkommt. Sie wird durch verschiedene Stechmücken übertragen. Dabei nehmen die Mücken das Virus vor allem aus Vögeln (Tauben, Krähen) auf und übertragen es anschließend auf den Menschen.
Normalerweise ist das Virus für Menschen nicht lebensbedrohlich. In einigen Fällen, vor allem bei älteren und abwehrgeschwächten Personen, kann sich allerdings eine Hirnhautentzündung entwickeln.
Wie bekommt man diese Erkrankung?
Die Erkrankung wird vor allem im Spätsommer/Herbst durch Culexmücken übertragen. Die Verbreitung des Erregers erfolgt durch Vögel, die eigentlichen Hauptwirte des Virus.
Vor allem Fernreisende können sich bei einem Aufenthalt in den Infektionsgebieten anstecken. Erstmals wurde das West-Nil-Fieber in Uganda beschrieben. Mittlerweile findet man es aber auch in verschiedenen Regionen Afrikas, West- und Zentralasiens, Nord-, Mittel- und Südamerikas und Südeuropas (zum Beispiel Südfrankreich).
Nach einem Mückenstich dauert es etwa ein bis sechs Tage bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit).
Welche Symptome treten beim West-Nil-Fieber auf?
80 Prozent der Infektionen mit dem West-Nil-Virus verlaufen beim Menschen unbemerkt, also ohne Beschwerden für den Betroffenen.
Bei 20 Prozent der Infizierten treten grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Später können ein Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen hinzukommen. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind mögliche Zeichen der Erkrankung. Nach ein paar Tagen heilt das West-Nil-Fieber in der Regel auch ohne Therapie ab.
Gefährdet sind insbesondere Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und abwehrgeschwächte Personen, da bei ihnen die Infektion im weiteren Verlauf zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen kann. Dies betrifft circa ein Prozent der Patienten.
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Autor: Dr. med. Karl Addicks; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Marina Hille am 17.08.11
Quelle: Lang: Tropenmedizin in Klinik und Praxis", Thieme, 2000; Kretschmer: Reisemedizin. Urban & Fischer, 1999; Kretschmer, H.; Kusch, G.; Scherbaum, H.: Reisemedizin, Beratung in der ärztlichen Praxis. 2. Auflage, München: Urban & Fischer, 2005; Reisemedizinischer Infoservice (2007): Sandmückenfieber. http://www.fit-for-travel.de/reisemedizin/krankheiten/westnil.htm (Stand 21.11.2007)

